1. Meinung

Die kranke Logik der Gewalt

Die kranke Logik der Gewalt

Das Jahr begann verstörend mit den Übergriffen auf Hunderte Frauen in Köln. Es endet mit einem verheerenden Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt.

Dazwischen zieht sich eine Blutspur durch Syrien, weite Teile der arabischen Welt, durch Frankreich, Belgien.
Auch Berlin wird nach Hannover, Würzburg und Ansbach nicht das Ende gewesen sein. Deutschland trauert um die Opfer. Deutschland trauert in der schrecklichen Gewissheit, wie sich abgrundtiefer Hass ausbreitet. Wieder einmal ist der Lebensstil westlicher Gesellschaften Adressat einer perfiden Vernichtungsbotschaft geworden. Mit der beschwörenden Mahnung zur Besonnenheit klammern sich Politiker an die immer gleichen Formeln. Denn es gibt keine angemessenen Worte für das Leid und den Schrecken, die dieses wahllose Morden hervorruft.
Noch ist zu wenig bekannt über einen oder mehrere mögliche Täter und Hintermänner. Noch können wir nicht (be-)greifen, was wirklich geschah. Der zunächst Festgenommene, der verdächtigt worden war, den Horror-Truck gesteuert zu haben, wurde wieder freigelassen.
Aber schon erhebt sich ein vielstimmiger Chor von Anklägern, schon werden die politisch Verantwortlichen der Flüchtlingspolitik mit Kriminellen gleichgesetzt. Die Strategie des Terrors, die freie Welt und ihr humanitäres Fundament zu zersetzen, geht Stück für Stück weiter auf.
Können wir eine Gesellschaft wollen, die sich von der kranken Logik der Gewalt in die Knie zwingen lässt? Oder haben wir den kaltblütigen Killern etwas entgegenzusetzen? 70 Jahre Freiheit und Frieden in Europa sind ein so unschätzbares Gut. Sie stehen auf dem Spiel, wenn wir vom Pfad westlicher Werte abweichen.
i.funk@volksfreund.de