Die Müllabfuhr in der Region Trier wird teurer - eine Einordnung der Debatte

Die Woche im Blick : Das Rätsel um den teuren Müll

Müll macht jeder – das ist so banal wie richtig. Alte Lebensmittel, Verpackungen, Hygieneartikel: Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass jeder noch so kleine Haushalt eine Tonne und damit die Leistungen der Entsorger benötigt.

Bei uns in der Region ist dafür der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) zuständig. Und über den wird derzeit so viel diskutiert wie selten zuvor.

Die Müllgebühren ändern sich zum neuen Jahr, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu: Für viele Bürger wird es teurer. Das übrigens haben der ART und sein Verbandsdirektor Maximilan Monzel immer eingeräumt. Seit längerer Zeit steht fest, dass sich einiges ändern wird. Trier etwa zieht anderen Kreisen nach. Hier werden nun mehr Leerungen zu mehr Kosten führen. Es lohnt sich nun, Abfall zu vermeiden. Jeder Einzelne kann damit etwas für die Umwelt und für seinen Geldbeutel tun.

Im Landesvergleich sind die Gebühren bei uns übrigens immer noch relativ moderat. Aber warum sorgt die Diskussion um den Müll dann für so viel Aufsehen? Einerseits, weil die Festlegung der Gebühren erst jetzt erfolgte, nach den Kommunalwahlen. Das ist Futter für diejenigen, die Politikern vorwerfen, nicht offen genug zu sein. Das entscheidende Gremium der ART ist die Verbansversammlung und damit politische Vertreter der ganzen Region. Die müssen sich zumindest eines noch vorwerfen lassen: Die Gebühren hätten in manchem Gebiet schon früher erhöht werden sollen, dann wäre der Schritt jetzt für Einzelne nicht so groß.

Nun kommt aber nicht nur Gegenwind von außen, sondern auch aus der Politik selbst. Es wird über Ausnahmen für Menschen diskutiert, die Kinder haben oder Menschen pflegen müssen, weil diese Windeln und andere Hygieneartikel entsorgen müssen. Es wird diskutiert, wer seine Tonne noch an den Straßenrand stellen kann und wer nicht. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich lässt sich trefflich erläutern, warum es für bestimmte Gruppen besondere Regelungen geben sollte. Aber wenn wir Müllgebühren und in der Folge alle anderen Gebühren sozial gestaffelt festlegen, wird die Umverteilungs- und Verwaltungsmaschine bald für noch höhere Kosten sorgen.

Ganz nebenbei: Es gibt bereits Mittel und Wege, um für einen Ausgleich zu sorgen, etwa das Steuersystem und unterschiedliche Sozialleistungen von Kindergeld bis Hartz-IV-Geldern. Gerechtigkeit muss an diesen Stellen geschaffen werden und nicht dadurch, dass jede Abgabe nun noch einmal in zehn Varianten verschieden hoch festgelegt wird.

Für noch einen Aufreger sorgt die Biotonne. Während sich andere mit Begriffen wie Madentonne gegen die Einführung für alle Haushalte gewehrt hatten, gab es diese bereits in der Vulkaneifel. Und die allermeisten waren zufrieden. Nun müssen die Bürger dort ebenfalls auf Biotüten umsteigen und diese zu Sammelstellen bringen. Hintergrund: Das neue System soll laut ART günstiger sein und Einheitlichkeit bieten. Ob damit allerdings zur Müllvermeidung beigetragen wird, das ist zumindest sehr fraglich.

t.roth@volksfreund.de