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Meinung
Eine umfassende Reform ist notwendig

FOTO: klaus kimmling / TV
Die Notfallversorgung muss neu geregelt werden. Der Beschluss, den Krankenkassen, Ärzte und Kliniken dazu gefasst haben, geht in die richtige Richtung. Von Bernd Wientjes

Patienten sollen sich künftig darauf verlassen können, dass sie etwa mit einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall in das richtige Krankenhaus kommen – dorthin, wo es die Spezialisten und die entsprechende Ausstattung gibt und sie bestmöglich versorgt werden. Es geht bei den Verbesserungen nicht um einen Arm- oder Beinbruch oder eine Blinddarmentzündung. Die können auch in kleineren, nicht spezialisierten Häusern behandelt werden.

Eine Neuregelung der Notfallversorgung ist nötig. Daher geht der Beschluss, den Krankenkassen, Ärzte und Kliniken nun gefasst haben, in die richtige Richtung. Sie verlangen mehr Qualität für die Behandlung von Notfallpatienten. Wer mit einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, muss erwarten dürfen, dass er die bestmögliche Versorgung bekommt – und zwar in einer Klinik, die darauf spezialisiert ist – personell sowie auch mit der entsprechenden Ausstattung. Es geht nicht um einen Arm- oder Beinbruch oder eine Blinddarmentzündung. Die können auch weiterhin in weniger spezialisierten, kleineren Häusern behandelt werden.

Die Region Trier ist in dieser Hinsicht bereits jetzt gut aufgestellt. Mit den beiden großen Kliniken in Trier ist eine Maximalversorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten gewährleistet. Und die umliegenden Häuser bieten eine umfassende Notfallversorgung. Trotzdem ist eine grundlegende Reform notwendig. Die Notaufnahmen der Kliniken und die Bereitschaftsdienstzentralen der niedergelassenen Ärzte müssen endlich verzahnt werden. Nur so kann vermieden werden, dass Patienten mit einer Magenverstimmung oder Erkältung die Notaufnahme verstopfen.

b.wientjes@volksfreund.de