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Meinung
Die Respektlosigkeit greift immer mehr um sich

FOTO: TV / klaus kimmling
Trier. Wenn wie voriges Jahr in Hamburg bei den Ausschreitungen zum G-20-Gipfel Polizisten attackiert oder wie jetzt in Chemnitz beworfen werden, zeigt das, wie enthemmt viele Demonstranten mittlerweile sind. Von Bernd Wientjes

Doch so schlimm die Angriffe bei solchen aus dem Ruder laufenden Protesten sind, die wirkliche Gewalt erleben Polizisten – auch in der Region – fast jeden Tag. Bei ganz normalen Einsätzen. Familienstreitigkeiten, Kontrollen, selbst Unfallaufnahmen enden nicht selten in Attacken gegen Beamte. Sie werden oftmals aufs übelste beschimpft und beleidigt, müssen sich gegen körperliche Angriffe wehren.

Die Respektlosigkeit, die im Internet längst an der Tagesordnung ist, greift im wirklichen Leben immer mehr um sich. Die Autorität von staatlichen Institutionen, Behörden, Polizei oder auch Rettungskräften wird zunehmend angezweifelt, Menschen in Uniform werden von einigen nicht mehr ernst genommen. Das zeigt sich nicht nur durch verbale und körperliche Angriffe. Auch Gaffer, die Retter bei Einsätzen behindern, oder uneinsichtige Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, sind Belege für die um sich greifende „Ich-mache-was-ich-will“-Mentalität. Bürger stellen sich über Gesetz und Ordnung.

Dem muss Einhalt geboten werden. Durch spürbare, vor allem zügig vollstreckte Strafen gegen all diejenigen, die das staatliche Gewaltmonopol nicht akzeptieren. Auch die Politik muss sich viel deutlicher zu Polizei und Einsatzkräften bekennen. Das ewige Schlechtreden und Kritisieren dieser Berufe führt auch dazu, dass Menschen den Respekt davor verlieren. Daher sind Aktionen wie am kommenden Wochenende, bei denen ein Verein dazu aufruft, der Polizei einfach mal Danke zu sagen, wichtig, um zu zeigen, dass trotz allem ein Großteil der Bürger hinter den Beamten steht.

b.wientjes@volksfreund.de