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Meinung
Retter am Limit

FOTO: klaus kimmling / TV
Trier. Die Verantwortlichen müssen auf die Misere bei den Rettungsdiensten reagieren. Und zwar dringend. Von Bernd Wientjes

Die momentane Grippewelle offenbart die Misere vieler Rettungsdienste: Es fehlt dauerhaft an Personal. Ein erhöhter Krankenstand führt dann vielerorts zum Notstand. Ohne freiwillige Helfer, die kurzfristig aktiviert werden müssen, würde der Rettungsdienst teilweise oder komplett zusammenbrechen.

Dass festangestellte Retter fehlen, liegt nicht nur an der Grippe oder anderen Viren. Tatsächlich sind viele krank, aber weil die Arbeit sie krank macht. Sie sind körperlich und psyschisch an ihren Grenzen, Retter am Limit ihrer Kräfte. 47 Stunden und mehr pro Woche das schafft nicht jeder. Viele sind ausgebrannt, wer kann wechselt den Job. Dadurch verschärft sich die Situation weiter. Fast alle Rettungsdienste in der Region suchen händeringend Sanitäter und Rettungsassistenten.

Wer Rettungssanitäter wird, will anderen helfen. Der stellt auch mal sich selbst, sein eigenes Wohlbefinden und seine Freizeit hintenan. Doch wenn der Job aus permamenten Stress und ständiger Überlastung besteht, dann bricht auch irgendwann der selbstloseste Mitarbeiter zusammen.

Wenn die Verantwortlichen und auch die Politik nicht auf die Misere reagieren, dann wird die professionelle und gute Notfallrettung schon bald selbst zum Notfall.

b.wientjes@volksfreund.de