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Die Woche im Blick
Die vernebelte Verkehrsproblematik

Chefredakteur Thomas Roth
Chefredakteur Thomas Roth FOTO: TV / Friedemann Vetter
Der Verkehr nach und von Luxemburg wird in den nächsten Jahren zunehmen. Genauso wie die Probleme dadurch. Von Thomas Roth

Manch einer sieht schon den nächsten Grund, nach Luxemburg zu fahren. Denn derzeit läuft dort eine Petition, die eine Einführung von Coffeeshops fordert. Hier soll legal Cannabis in kleinen Mengen gekauft werden können. Ob es jemals so weit kommt, ungewiss. Ob das wirklich viele locken würde, ungewiss. Ganz gewiss ist aber eines: In den nächsten Jahren wird die Zahl der Pendler nach Luxemburg weiter zunehmen. Das Großherzogtum wächst, Bezahlung und attraktive Jobs locken. Ebenfalls zu nimmt damit der Verkehr.

Und auch wenn Baustellen, wie die an der Sauertalbrücke, beendet sind, wird es weiter Probleme geben. Die Straßen sind teils schlichtweg auf die Belastung nicht ausgelegt und die vergangenen Jahrzehnte ist deutlich zu wenig investiert worden. Das ist Fakt, das müssen die jetzigen Verantwortlichen in Politik und Verwaltung ausbaden. Und dafür können sie nichts bis wenig. Was aber viele Pendler ärgert, ist das Gefühl, es werde nicht genug getan, um die täglichen Staus zumindest zu verringern. Ganz nach dem Motto: Weit von Mainz, weit aus dem Blick. Und es gibt zumindest zu denken, dass die Frage nach Arbeit rund um die Uhr im Verkehrsministerium schnell beantwortet ist – das bringe wenig, sei teuer, Firmen aus der Region könnten dann nicht mehr mithalten. Diese Haltung zeigt: Der Straßenbau ist in Rheinland-Pfalz nicht Chefsache, er genießt nicht höchste Priorität.

Während in NRW die neue Landesregierung dieses Thema im Wahlkampf und – so zumindest die erste Zwischenbilanz – auch danach im Blick hat und plötzlich mit kürzeren Bauzeiten rechnet, ist bei uns so etwas kaum zu hören. Überschneidungen bei Terminen seien unvermeidlich, immer wieder ist von unvorhersehbaren Verschiebungen, von höherer Gewalt die Rede.

Und von einem Konzept, das noch weiter nach vorne blickt, ist überhaupt nichts mehr zu hören. Ja, wir werden nicht wie Luxemburg Milliarden in eine Straßenbahn investieren können. Aber wenn selbst beim Ausbau des normalen Zugverkehrs in unserer Region immer wieder spätere Termine genannt werden müssen, ist das schlichtweg ein Armutszeugnis – und zwar eines, das in den nächsten Jahren noch mehr Probleme bereiten wird.

Oder sind – Achtung Ironie – Coffeeshops die Lösung? Ist der Verkehr mit vernebeltem Blick besser zu ertragen?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende ohne Staus!

thomas.roth@volksfreund.de

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