1. Meinung

Ein frühes Aus mit Ansage

Ein frühes Aus mit Ansage

Nichts wird es mit einem deutschen Sommermärchen-Triple. Nachdem die DFB-Nachwuchsauswahl die U-21-Europameisterschaft und Jogis Jungs den Confed-Cup gewonnen haben, hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trotz eines augenscheinlichen Abonnements auf den Titel einen weiteren erhofften EM-Triumph verpasst.

Und das nicht knapp oder unglücklich. Das gestrige Ausscheiden bereits im Viertelfinale kam mit Ansage. Zu keinem Zeitpunkt im Turnier konnte das Team der neuen Bundestrainerin Steffi Jones so richtig überzeugen. Ein mickriges Tor aus dem Spiel heraus - und das auch noch unter gütiger Mithilfe der dänischen Torfrau - spricht eine deutliche Sprache. Eine Stammformation hat sich nicht herauskristallisiert. Jones rotierte kräftig - und nominierte Mittelfeldspielerinnen auch mal für den Sturm (Dallmann) und die Abwehr (Goeßling). Zum Abspulen von Automatismen trägt das nicht bei.
Jones' Berufung als Nachfolgerin von Trainerin Silvia Neid war mit reichlich Skepsis begleitet worden. Als Bundesliga- und Nationalspielerin verfügte Jones über reichlich Erfahrung. Als Coach dagegen ist sie absolute Novizin - abgesehen von der mehrmonatigen Co-Trainer-Tätigkeit im Stab von Neid. Kein Wunder, dass die Diskussionen um Jones' Zukunft auf der Trainerbank nun wieder Fahrt aufnehmen dürften.
m.blahak@volksfreund.de