1. Meinung

Die Woche im Blick: Einkaufen ist möglich, aber ...

Die Woche im Blick : Einkaufen ist möglich, aber ...

Die Nerven liegen blank. Etwa bei den Händlern. Kaum hatten sie in unserer Region wieder öffnen dürfen, begannen Diskussionen über neue Einschränkungen. Teilweise gibt es wieder das Einkaufen nach Anmeldung.

Hintergrund war die steigende Zahl gemeldeter Corona-Neuinfektionen. Wichtig: Der Zuwachs begann vor den Öffnungen. Und da Lockerungen sich immer erst einige Tage später auswirken, ist es falsch, direkte Zusammenhänge zwischen den Öffnungen und den steigenden Infektionszahlen herzustellen. Das Unglaubliche: Auch nach über einem Jahr Corona-Krise wissen wir nicht, wo sich wie viele anstecken. Und wir wissen nicht genau, wie hoch etwa jeweils die Dunkelziffer an nicht entdeckten Infektionen ist. Abhilfe hätten repräsentative Studien bieten können, bei denen kleine Gruppen regelmäßig untersucht worden wären. Doch die fehlen immer noch – obwohl sie schon vor fast einem Jahr gefordert worden sind. Und so soll nur eines in Deutschland immer wirken: der Lockdown. Aber: Eine intelligente Strategie im Kampf gegen Corona ist das nicht. Und die Akzeptanz dafür lässt deutlich nach – obwohl Deutschland ganz sicher kein Land der Corona-Leugner ist.

In unserer Region ist morgen das Einkaufen in der Vulkaneifel und in Bernkastel-Wittlich normal möglich, in Trier-Saarburg, Trier und dem Eifelkreis nach Voranmeldung. Und ab nächster Woche? Könnte ein Schnelltest das Einkaufen einfacher machen. Das Problem: Dies ist nur dann sinnvoll, wenn Tests etwa in den Innenstädten schnell möglich sind. Únd wenn die Regelungen endlich länger in Kraft bleiben – damit die Menschen sie kennen und verstehen. Genau dieses fehlende Vertrauen sorgt dafür, dass sich immer mehr eigene Regeln setzen. Nun müssen erst wieder Modellregionen gefunden werden – es wird wieder probiert werden. Wie lange das dauert, weiß noch niemand.

Dabei wäre Anderes wichtig: Wer ein gutes Konzept hat und damit im Kampf gegen Corona hilft, sollte öffnen können. Und die Ordnungsämter achten vor allem darauf, dass etwa Abstände und Maskenpflicht eingehalten werden können. Und sind beim Terminshopping gelassen, solange die Daten hinterlassen werden. So können die Nerven auf allen Seiten geschont werden – und zwar ohne größere Infektionsgefahr.

t.roth@volksfreund.de