Großregion - was ist das?

Großregion - was ist das?

Was verbinden Sie mit dem Begriff Großregion SaarLorLux? Wer diese Frage in der Eifel, in Echternach oder St. Vith Bürgern stellt, wird darauf die unterschiedlichsten Antworten bekommen. Korrekt werden nur die wenigsten sein.

Denn noch immer ist das künstliche geografische Gebilde zwischen Rhein, Maas, Mosel und Saar überwiegend Politikern und Experten ein Begriff. Nicht aber den 11,2 Millionen Bewohnern.

Dabei hat die Großregion durchaus Vorzeigbares erreicht, von dem auch die Bürger profitieren. So ist etwa die grenzüberschreitende Kriminalitätsbekämpfung wesentlich unbürokratischer und effektiver geworden, seit es in Luxemburg eine gemeinsame Polizeidienststelle gibt. Und erst vor zwei Monaten vereinbarten sieben regionale Hochschulen eine bessere Verzahnung und Zusammenarbeit, um Studierenden und Dozenten den Austausch und Wechsel zu erleichtern. Das sind konkrete und für die meisten Bürger nachvollziehbare Projekte, für die auch zu Recht Steuergelder ausgegeben werden. An anderen Stellen dagegen hakt es - und zwar ganz gewaltig. Als Beispiel sei nur der jüngste Zoff um schadstoffbelasteten Mosel-Fisch genannt. In Frankreich darf er nicht gegessen werden, in Luxemburg soll er nicht und in Rheinland-Pfalz hat niemand etwas dagegen. Auch dieser Irrsinn ist europäische Realität im Jahr 2009.

Eine Großregion sollte derartigen Unsinn schnellstens abstellen und sich den Erfolg danach ruhig auf die Fahnen schreiben. Dann werden die Bürger auch irgendwann mit dem Namen etwas anzufangen wissen.

r.seydewitz@volksfreund.de