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Grüne im Umfragetief: Auf dem absteigenden Ast

Grüne im Umfragetief: Auf dem absteigenden Ast

Eigentlich sind die Bedingungen ideal: Die SPD steckt im 20-Prozent-Keller, die allermeisten Deutschen - nach einer neuen Umfrage 71 Prozent - sorgen sich um den Klimawandel, und verseuchte Eier tauchen dieser Tage in Supermarktregalen auf. Bis dato immer ein verlässlicher Anlass für Mega-Empörung.

Doch die Partei, der diese Gefechtslage am meisten in die Hände spielen müsste, steckt ebenfalls im Umfragetief. Warum kommen die Grünen nicht aus dem Knick?

Der wohl bitterste Befund für sie ist, dass der Zeitgeist offenbar rechts abgebogen ist. Im Zuge der Flüchtlingswelle konnte die AfD reüssieren. Wer da eine offene Gesellschaft propagiert, die bei den Grünen gewissermaßen zum Grundinventar gehört, hat plötzlich strategisch schlechte Karten.
Ein weiteres Problem: Auf Landesebene gleicht grünes Mitregieren inzwischen einem bunten Flickenteppich. In Kiel etwa sitzt man mit CDU und FDP am Kabinettstisch, in Magdeburg mit CDU und SPD, in Erfurt mit SPD und Linken. Die Anschlussfähigkeit nach beinah allen Seiten bringt jedoch auch die Gefahr einer wachsenden inhaltlichen Unschärfe mit sich. So würde man den Diesel-Skandal für grüne Geschmäcker sicher noch deutlich kräftiger zuspitzen, wäre da nicht Winfried Kretschmann, dem im "Ländle" die Autoindustrie im Nacken sitzt.
Nach dem Gipfeltreffen am Mittwoch sprach der Stuttgarter Regierungschef auch prompt von einem "ordentlichen Ergebnis", derweil andere grüne Vorturner kein gutes Haar an dem mageren Resultat ließen. Wer soll da als Wähler noch wissen, woran er mit den Grünen genau ist? Vielleicht haben sie Glück und werden ab Herbst zum Regieren auch im Bund gebraucht. Weitere vier Jahre Opposition würden die Abstiegsängste noch verstärken.

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