Grüne in Rheinland-Pfalz: Selbstbewusste Spitze gegen die SPD

Kostenpflichtiger Inhalt: Meinung zum Grünen-Landesparteitag : Eine Spitze gegen die Sozialdemokraten

Gewonnene Kommunalwahlen in den Städten, gestiegene Mitgliederzahlen, glänzende Umfragewerte: Die Grünen strotzen auch in Rheinland-Pfalz vor Selbstbewusstsein.

Gewonnene Kommunalwahlen in den Städten, gestiegene Mitgliederzahlen, glänzende Umfragewerte: Die Grünen strotzen auch in Rheinland-Pfalz vor Selbstbewusstsein. Zwar halten sie sich mit forschen Wünschen auf einen Wahlsieg 2021 noch bescheiden zurück. Doch die Partei, die 2016 noch froh sein musste, mit 5,3 Prozent überhaupt in den Landtag eingezogen zu sein, erhebt einen neuen Machtanspruch. Das zeigte sich nach der Nominierung von Integrationsministerin Anne Spiegel als einziger Spitzenkandidatin auch in Neuwied. Nicht in rhetorischer Überheblichkeit, sondern in inhaltlichen Akzenten, die über Klimaschutz hinausgehen, entwarfen die Grünen bei ihrem Parteitag neue landespolitische Visionen Ziele für Gesundheits- und Sozialpolitik, die im Land die SPD verantwortet. Das ist eine Spitze gegen die stärkste Partei in der eigenen Ampelregierung und eine Botschaft, sich dort als bessere Alternative zu den Sozialdemokraten positionieren zu wollen. Lob gab es für Ideen wie eine zweite Uniklinik auch von der CDU, die sich ihrerseits fragen muss, warum sie als größte Oppositionspartei nicht solche Visionen entwickelt, um sich von der Landesregierung eindeutiger abzugrenzen. Doch auch die Grünen sind angreifbar: Spätestens im Wahlkampf müssen sie Antworten finden, wie sich eine zweite Uniklinik finanzieren lässt, zumal die Mainzer Unimedizin tief in den roten Zahlen steckt. Erst dann wird sich zeigen, wie gelungen der grüne Gegenentwurf wirklich ist.
f.schlecht@volksfreund.de

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