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Gute Nachrichten für Rentner

Auch wenn die jüngste Prognose der Rentenversicherer noch mit Vorsicht zu genießen ist, so steht doch auf jeden Fall fest: Die gesetzlichen Altersbezüge werden auch im nächsten Jahr steigen. Nicht mehr in dem starken Maße wie 2016, aber immerhin. Stefan Vetter

Nimmt man noch die Tatsache hinzu, dass das viel diskutierte Rentenniveau im laufenden Jahr leicht über dem früherer Vorhersagen liegt, dann sind das für Deutschlands Ruheständler gleich zwei gute Nachrichten innerhalb von wenigen Tagen. Und es sind auch zwei gute Argumente gegen alle düsteren Szenarien einer vermeintlich kollektiven Verarmung der älteren Generation.
Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings, dass die Renten finanzierbar bleiben müssen. Wenn die Reserven in der Rentenkasse zusehends schmelzen, dann hat das auch mit der immer ungünstigeren Alterspyramide in Deutschland zu tun. Die Menschen leben immer länger. Das ist sehr erfreulich. Wegen der geringen Geburtenrate gerät parallel dazu aber das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern in Schieflage. Kamen 2005 noch drei Arbeitnehmer auf einen Ruheständler, so werden es im Jahr 2030 nur noch etwa zwei sein.
Schon vor diesem Hintergrund sollte klar werden, dass die Forderung von Gewerkschaften und Linken nach einem dauerhaft deutlich höheren Rentenniveau die jüngere Generation überfordern würde. Union und SPD sind deshalb gut beraten, sich auf zielgenaue Maßnahmen zur Verhinderung von Altersarmut zu konzentrieren. Das betrifft in erster Linie Geringverdiener, Erwerbsgeminderte und Solo-Selbstständige. Hier wären Reformen tatsächlich dringend nötig. Noch im November will sich die große Koalition auf ein weiteres Rentenpaket verständigen. Bleibt zu hoffen, dass diese Ankündigung den Erwartungen der wirklich Betroffenen standhält.
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