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Meinung
Gutes im Schlechten

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Berlin . Immer mehr Kinder leben von Hartz IV. Na und? Von Stefan Vetter

Diese Meldung wird der Armutsdebatte sicher neue Nahrung geben: Immer mehr Kinder sind auf Hartz IV angewiesen. Aber das ist nicht nur eine schlechte Nachricht. Dahinter verbergen sich sogar ein paar gute.

Immerhin müssen heute deutlich weniger einheimische Kinder von Stütze leben als noch vor fünf Jahren. Die Zahl verringerte sich um 144 000 auf knapp 1,47 Millionen. Das sind zweifellos immer noch viel zu viele. Aber die wachsende Zahl der Beschäftigten zeigt positive Wirkung. Arbeit ist eben immer noch die beste Versicherung gegen Armut.

Die Zahl der Flüchtlingskinder, die Hartz IV beziehen, ist allerdings geradezu explodiert. Doch auch dahinter steckt eine positive Nachricht.

Denn die Entwicklung belegt, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge der Aktenberge zunehmend Herr wird. Allein im Jahr 2015 kamen rund eine Million Flüchtlinge nach Deutschland. Während ihres laufenden Asylverfahrens erhalten sie staatliche Leistungen, die deutlich niedriger sind als Hartz IV. Erst nach ihrer Anerkennung als Schutzsuchende werden sie wie deutsche Langzeitarbeitslose behandelt. Dazu gehören dann auch entsprechende Vermittlungsanstrengungen durch die Jobcenter.

Genau darauf kommt es nun an. Professionelles Wehklagen über immer mehr Hartz-IV-Empfänger hilft da keinen Deut weiter. Zumal die neuen Zahlen nicht wirklich ein Beleg für wachsende Kinderarmut sind.

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