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Kommentar: Ein Linksbündnis in Rheinland-Pfalz ist 2021 unmöglich

Kommentar zur Linken in Rheinland-Pfalz : Fünf Prozent? Fraglich. Regieren? Unmöglich.

Für die Linke wäre es ein kleines Wunder, 2021 erstmals den Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag zu schaffen. Zwar hat die Partei interne Unruhen der Vergangenheit hinter sich gelassen, wie die Listenwahl in Andernach zeigte, die gesittet und störungsfrei ablief. Doch die Partei kämpft mit alten und neuen Problemen.

Für die Linke wäre es ein kleines Wunder, 2021 erstmals den Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag zu schaffen. Zwar hat die Partei interne Unruhen der Vergangenheit hinter sich gelassen, wie die Listenwahl in Andernach zeigte, die gesittet und störungsfrei ablief.

Doch die Partei kämpft mit alten und neuen Problemen. Bundespolitisch fehlt es den Linken an einer Euphoriewelle, von der auch ein rheinland-pfälzischer Landesverband profitieren könnte. Im konservativ geprägten Rheinland-Pfalz hat es die Linke ohnehin schwer, Stimmen aus dem ländlichen Raum zu ergattern. Malu Dreyer ist für Linke wie Grüne als Ministerpräsidentin eine unangenehme Rivalin, weil sie deren Wählermilieus als Feministin ebenfalls anspricht.

Ob der bei der Landes-Linken auf Listenplatz eins gewählte David Schwarzendahl die nötige Strahlkraft mitbringt, um die nötige Begeisterung für die eigenen Ziele zu entfachen, bleibt noch abzuwarten.

Mutig ist es von der Linken zumindest, auf eine Verjüngung und auf Talente zu bauen, die eine neue Generation bilden sollen. Die Top-5-Listenplätze sind im Schnitt knapp 30 Jahre jung. Mit Melanie Wery-Sims und Julian Theiß drängen sich junge Talente aus dem Raum Trier auf.

Wo Regieren bei so viel Jugend aber fast undenkbar ist, verbietet sich der Gedanke an ein theoretisches rot-rot-grünes Bündnis schon fast, weil die Linken mit Positionen wie dem Ja zum US-Truppenabzug, einer möglichen Enteignung von Wohnungskonzernen und auch dem radikalen Wunsch nach Gemeinschaftsschule als Regel kaum anschlussfähig sind an eine SPD, die in Rheinland-Pfalz eben auch einen konservativen Kern hat. Daher heißt es 2021 für die Linkspartei: Fünf Prozent? Fraglich. Regieren? Unmöglich.

f.schlecht@volksfreund.de