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Meinung
Für Dreyer ist alles drin!

Florian Schlecht TV-Foto: Klaus Kimmling
Florian Schlecht TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: klaus Kimmling / TV
Mit der Charme-Offensive gewinnt Malu Dreyer die Herzen der Bundes-SPD. Rheinland-Pfälzer, die das Wirken der Ministerpräsidentin in Berlin beobachten, wundert das nicht. Denn im Land profitiert die Partei seit Jahren vom Malu-Faktor, der Dreyer auch im Bund viele Optionen bietet. Von Florian Schlecht
Florian Schlecht

Ihr Mix: Dreyer versprüht Energie, wirkt authentisch in ihrer Haltung zu sozialen Themen und kann die SPD begeistern, wie die Aufholjagd bei der Wahl 2016 zeigte. Mit der Kabinettsumbildung 2014 bewies die Ministerpräsidentin Härte nach innen, ohne bis heute nach außen als hart wahrgenommen zu werden. Beim zunächst verpatzten Hahn-Verkauf blieben an ihr trotz Misstrauensvotums kaum Kratzer hängen, was auch ein Talent in der Politik ist. Durchaus denkbar ist es da, dass Dreyers Zukunft in Berlin liegt, wenngleich der Wunsch, Landeschefin in Mainz bleiben zu wollen, aufrichtig sein mag. Doch sollte sich die SPD-Krise zuspitzen, ist kaum zu erwarten, dass die bei der Basis beliebte und loyale Genossin ,Nein’ sagen würde, sollte die Partei sie ganz nach vorne bitten.

Und doch muss Dreyer vor dem sensiblen, kritischen Berliner Betrieb auf der Hut sein. Die Taktik, lieber eine Politik der kleinen Schritte zu gehen, ohne den großen Wurf zu wagen, würde im Bund schnell Kritik aufwerfen. Auch schleichende Positionswechsel wie bei den Sondierungen zur großen Koalition werden in Berlin nicht so schnell vergessen. Für Dreyer wäre Bundes-Ebene alles drin – und doch würde ein Wechsel Gefahren bergen.

f.schlecht@volksfreund.de