Meinung Gottesdienste zur Einschulung: Tradition ist kein Gütesiegel

Trier · Es stimmt: Gottesdienste zur Einschulung haben Tradition. Sie dürfen allerdings nicht die einzige Willkommensfeier an einer staatlichen Schule sein, fordert Volksfreund-Redakteurin Christiane Wolff.

 Die Kirchturmspitze von St. Antonius am Trierer Viehmarktplatz. In der Kirche hat das benachbarte Humboldt-Gymnasium seine neuen Schüler begrüßt – im Rahmen eines Gottesdienstes.

Die Kirchturmspitze von St. Antonius am Trierer Viehmarktplatz. In der Kirche hat das benachbarte Humboldt-Gymnasium seine neuen Schüler begrüßt – im Rahmen eines Gottesdienstes.

Foto: roland morgen (rm.)

Um es klar vorweg zu sagen: Es geht nicht darum, Einschulungsgottesdienste abzuschaffen. Gottesdienste dürfen zumindest an staatlichen Schulen allerdings nicht die einzige Willkommensfeier sein. Dabei geht es gar nicht primär um einen Kulturkampf gegen die Kirche, sondern um ein pädagogisches Problem: Kinder, die bei den christlich geprägten ökumenischen Gottesdiensten nicht dabei sind, nehmen gleich am ersten Schultag eine Sonderrolle ein. Und zwar eine, die ihnen und ihren Familien von der Schule aufgedrückt wird.