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Kommentar: Marx hat seinen Platz in Trier verdient

Karl Marx : Marx hat seinen Platz verdient

Es ist gut, dass Karl Marx nun einen prominenten Platz in seiner Geburtsstadt hat. Nicht (nur) deshalb, weil er derzeit so hip ist, dass sich reichlich Kapital aus ihm schlagen lässt. Und das ist er. Bester Beweis: der 0-Euro-Schein mit Marx’ Konterfei. 25 000 dieser Scheine wurden den städtischen Touristikern schon jetzt aus den Händen gerissen. Für drei Euro das Stück. 50 000 weitere wurden geordert. Hoteliers, Handel und Gastronomie profitieren von den Ausstellungen, und die Statue wird noch mehr Chinesen nach Trier locken. Da klingeln die Kassen der klammen Kommune.

Karl Marx hat aber auch ohne all das verdient, dass seine Geburtsstadt sich intensiv mit ihm auseinandersetzt. Viel intensiver als dies zuvor geschah. Er ist der einzige Trierer, der weltweit bekannt ist. Seine Ideen haben die Geschichte vieler Nationen verändert. In seinem Namen wurden Arbeitsbedingungen verbessert und schreckliche Verbrechen begangen. Egal, wie kritisch man Marx auch sehen mag – er gehört untrennbar zur Geschichte der Stadt. Und aus Geschichte kann man lernen. Daher lohnt sich ein Gang in die Museen, die den Denker sehr differenziert darstellen. Die ihn als Mensch mit vielen Facetten zeigen, als Intellektuellen seines 19. Jahrhunderts, und die auch nicht ausklammern, welch verheerende Wirkung seine Ideen hatten.

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