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Kommentar: Mobilität ist auch persönlicher Freiraum

Kommentar : Mobilität ist auch persönlicher Freiraum

Energiewende, Rentenwende, Arbeitswende, Mobilitätswende:  Nichts bleibt, wie es ist. Alles wird umgedreht, auf den Kopf gestellt. Korrigiert, erneuert, verbessert.

Kein Zweifel: Wandel tut not. Ressourcen sind endlich. Aber nicht alles, was war, ist schlecht. Und nicht alles, was kommen soll, ist gut. Die Boni des Verbrennungsmotors und seiner Kraftstoffe sind noch lange nicht erschöpft. Strom wird nicht in der Steckdose erzeugt. Batterie-betriebene Fahrzeuge müssen entwickelt, ihre Energieträger recycelt werden. Die Brennstoffzelle birgt enormes Potenzial für die Mobilität der Zukunft. Für lange Strecken.

Den Individualverkehr auf dem Altar eines falsch verstandenen ökologischen Aktionismus zu opfern, ist der falsche Weg. Auch in Trier, auch in der Region. Die Menschen an der Mosel, in Eifel und Hunsrück, kommen, solange es keine funktionierenden Verkehrsverbünde gibt, ohne ein eigenes Fahrzeug nicht aus. Und sie wollen es auch nicht.

Die Stadt ist attraktiv, bietet Anreize. Ihre Bewohner aber sitzen nicht nur in ihren Wohnungen herum. Arbeit, Schule, Freizeit. All das bedeutet Mobilität. Und dafür müssen alle Verkehrsarten berücksichtigt werden. Rad, Bus, Auto, Fußweg. Verknüpfung, Kompromisse.

Radfahrer und Fußgänger brauchen, nicht nur in Trier, mehr Platz. Das steht außer Frage. Aber auch das Autofahren muss weiter möglich sein. Nicht jeder Einkauf lässt sich mit dem Lastenfahrrad erledigen.

Mobilität ist auch persönlicher Freiraum, ist Wahrung und Erhaltung (auto)mobilen Kulturgutes. Ist Lebensqualität. Frei nach Zuckmayer: Als wär’s ein Stück von mir. 

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