1. Meinung

Kommentar von Ilse Rosenschild zur Filialschließung der VR-Bank

Meinung : Verlierer sind die Kommunen

Wer einen Kredit nimmt, muss Zinsen zahlen. Und wer Geld bei seiner Bank anlegt und spart, bekommt welche. Das war lange eine Binsenweisheit und ist es doch schon längst nicht mehr. Die Verlierer in dieser Situation sind die Kunden, die Geld anlegen und dafür häufig noch zahlen müssen.

Und es sind die Banken, vor allem die, zu deren Geschäftsmodell es gehört, mit Zweigstellen in die Fläche zu gehen. Filialnetze sind teuer. 

Die Situation auf dem internationalen Finanzmarkt hat sich verändert. Das hat auch Auswirkungen etwa auf die Genossenschaftsbanken wie der VR-Bank Hunsrück-Mosel, die ankündigt, die Hälfte ihrer Filialen zu schließen. Sie müssen dem Strukturwandel begegnen und Konsequenzen für ihr Institut ziehen. Das mag man für die Kunden bedauern. Aber auch diese verändern sich. Es gibt immer noch Menschen, die Wert auf eine persönliche Begegnung beim Geldabheben und Überweisen legen, doch Online-Banking wird immer mehr genutzt. Wie man heutzutage immer weniger persönlich ins Rathaus geht, ist auch der Weg zur Bank seltener geworden. Das sieht man auch daran, dass viele Filialen der VR-Bank längst nicht mehr an allen Werktagen geöffnet sind. In Trittenheim beispielweise ist das nur noch einmal die Woche der Fall. Die eigentlichen Verlierer sind – neben den nicht-mobilen Menschen, die niemanden haben, der ihnen bei den Bankgeschäften hilft und selbst darin nicht firm sind –, die Kommunen, denen Stück für Stück Infrastruktur wegbricht. Vor allem fehlen in kleineren Dörfern Frequenzbringer und Orte der Begegnung. Zurückdrehen lässt sich das Rad nicht. Und für diese Probleme müssen neue Konzepte her.

i.rosenschild@volksfreund.de