1. Meinung

Kommentar zu: Beurteilung von Lehrern

Kommentar : Das Land muss endlich auf Kritik reagieren

Es ist nicht zum ersten Mal, dass Gerichte sich mit der nicht nur für Außenstehenden undurchsichtigen Beurteilungs- und Beförderungspraxis von Lehrern beschäftigen. Doch geändert hat sich daran nichts.

Die Koblenzer Obverwaltungsrichter gaben nun nicht nur einem Studienrat Recht, dem aufgrund des Einspruchs der für die Schulaufsicht zuständigen Trierer ADD die Beförderung zum Oberstudienrat versagt wurde, Recht. Sie übten auch deutliche Kritik an der Behörde und damit dem Land. Das Gericht wies auf deutliche Schwächen und Unregelmäßigkeiten bei den Lehrerzeugnissen hin. Es obliegt fast ausschließlich den Schulen, wie sie die für die Beförderung infrage kommenden Lehrer beurteilen. Dass es bei diesem ausdrücklich im Landesrecht so festgelegten System immer wieder zu subjektiven Beurteilungen und einer übermäßigen Vergabe von Spitzennoten kommt, liegt auf der Hand. Allerdings ist die Beteiligung der Schulaufsicht an den Zeugnissen nicht ausdrücklich geregelt. Wenn aber die ADD offenbar den Schulleitern misstraut und sie dem Augenschein nach willkürlich in ihren Augen zu gute Beurteilungen kassiert, um damit zu viele Beförderungen zu vermeiden, ist es höchste Zeit, dass sich an der Praxis endlich etwas ändert. Oft genug ins Stammbuch geschrieben bekommen hat das Land dies.

b.wientjes@volksfreund.de