1. Meinung

Kommentar zu Debatte um Solarpark-Konzept für die VG Hermeskeil

Kommentar : Abwägen braucht seine Zeit

Wer die jahrelangen Debatten um die Windkraftflächen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil mitverfolgt hat, der hat angesichts der jüngsten Diskussion im VG-Rat vermutlich eine Art „Déjà vu“-Erlebnis.

Denn es kommt einem doch vieles bekannt vor.

Auf der einen Seite stehen erneut die – inzwischen aus nachvollziehbaren Gründen noch ehrgeiziger gewordenen – Zielvorgaben von Bund und Land für Klimaschutz und Energiewende. Auf der anderen Seite die Frage, nach welchen Kriterien man die geeigneten Flächen auswählen soll. Wie Windräder, insbesondere in Waldgebieten, stoßen auch großflächige Solarparks nicht überall auf Begeisterung. Hier gilt es erneut, abseits der gesetzlichen Vorgaben viele unterschiedliche Interessen ausgiebig zu prüfen und sorgfältig abzuwägen. Schon allein deshalb sollte das Konzept – bei allem Verständnis für die laufenden Projekte, die vorerst nicht vorankommen – nicht über‘s Knie gebrochen werden. Allerdings sollte es natürlich auch keine zehn Jahre dauern wie bei der Windkraft. Hierzu müsste das Land möglichst bald in seinem Entwicklungsprogramm die notwendigen Leitpfosten setzen.

Die bedeutendsten Solarpark-Kritiker sind sicher die Interessenvertreter der Landwirtschaft, die um den Verlust wertvoller Flächen bangen. Es ist gut und richtig, sie frühzeitig einzubinden, um einen für alle gangbaren Kompromiss zu finden. Für die spätere Akzeptanz des PV-Flächen-Konzepts könnte das zudem entscheidend sein.

c.weber@volksfreund.de