1. Meinung

Kommentar zu Honorarestreit in Bitburg

Kommentar : Der Wahnsinn muss gestoppt werden

Das verschlägt einem die Sprache, was sich zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz und der Eifeler Ärztegenossenschaft Medicus eG abspielt. Der Konflikt schwelt seit Jahren, wollte die Behörde dem Verbund Eifeler Ärzte doch zunächst die Zulassung zum Betrieb ihrer dezentralen Medizinischen Versorgungszentren verwehren.

Der Grund damals:

Für die KV schienen so genannte Regressrisiken, die etwa entstehen, wenn ein Arzt zu viele zu teure Heilmittel verschreiben sollte, nicht ausreichend versichert. Die KV bestand auf einer so genannten selbstschuldnerischen Bürgschaft, bei der der Arzt im Zweifelsfall mit seinem Privatvermögen haftet. Ergebnis: keine Einigung, keine Zulassung. Die Idee dezentraler medizinischer Versorgungszentren, in denen Ärzte als Angestellte der Medicus eG auch in Teilzeit arbeiten können, drohte zu scheitern.

Ein Aufschrei ging durch die Eifel. Parteiübergreifend machte sich auch die Politik für die Medicus eG stark, in den kommunalpolitischen Gremien wurden Resolutionen verabschiedet, bis schließlich der Bundesgesundheitsminister die KV zum Einlenken bewegte. Doch die Behörde, deren vornehmste Aufgabe es doch sein sollte, die ärztliche Versorgung zu sichern, legt der Medicus eG erneut Steine in den Weg.

Nun wurden Honorarleistungen in Höhe von 150.000 Euro einbehalten. Wieder wegen Unstimmigkeiten mit Blick auf die Absicherung etwaiger Regressrisiken.

Hiermit muss endlich Schluss sein. Die medizinische Versorgung in der Eifel muss wichtiger sein als rechtliche Spitzfindigkeiten. Die Kassenärztliche Vereinigung sollte Partner der engagierten Eifeler Ärzte sein und alles daran setzen, die Medicus eG zu unterstützen. Sind die Praxen erst mal dicht, ist es dafür zu spät. Die Zeit drängt.

d.dettmer@volksfreund.de