1. Meinung

Kommentar zu Kita-Notlösung in Reinsfeld

Kommentar : Die Planung muss vorausschauender werden

Bis zum Sommer muss in Reinsfeld dringend die Möglichkeit für zusätzliche Kita-Betreuungsplätze geschaffen werden. Gut, dass die Gemeinde das Problem jetzt konsequent anpackt. Es ist auch absolut nachvollziehbar, dass die Ratsmitglieder das Aufstellen von Containern bevorzugen – trotz höherer Kosten.

Durch den Umbau des kompletten Erdgeschosses für die Not-Kita wäre die Kulturhalle für die örtlichen Vereine, die Corona ohnehin schon hart getroffen hat, praktisch auf Jahre nicht nutzbar. Und alle Veränderungen müssten schließlich irgendwann auch wieder mit hohem Kostenaufwand zurückgebaut werden.
Auch wenn der Rat die Containerlösung nun konsequent vorantreiben will, die Kritik der Eltern, dass schon früher hätte gehandelt werden können, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Wer Bauplatz um Bauplatz erschließt und damit gezielt junge Familien in den Ort lockt, der muss auch mit steigendem Bedarf bei den Kitaplätzen kalkulieren. Sicher, es kamen jetzt offenbar mehrere Dinge zusammen: die neuen Anforderungen des Kita-Zukunftsgesetzes, der vom Träger beklagte Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern, ungewöhnlich viele Anmeldungen durch Neubürger und Zugezogene in diesem Jahr. Allerdings muss nicht nur die Kita in Reinsfeld aufstocken und die Zeit bis dahin mit einer Notlösung überbrücken. Kreisweit sind viele Gemeinden in einer ähnlichen Situation. In der Verbandsgemeinde Hermeskeil müssen etwa auch in Beuren und in der Stadt Hermeskeil schnell Räume geschaffen werden, um teils bis zu 30 Kinder ohne Kitaplatz unterzubringen. Das sieht doch weniger nach Ausnahmen als nach einem generellen Problem aus. Und schreit danach, dass für zukünftige Bedarfsplanungen eine engere Abstimmung zwischen Jugendamt, Trägern und Bauträgern notwendig ist und das Thema deutlich vorausschauender angepackt werden muss. Sonst reichen die in drei Jahren gebauten Erweiterungen oder neuen Kitas womöglich bald schon wieder nicht mehr aus, um alle Ansprüche zu bedienen.
c.weber@volksfreund.de