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Kommentar zu Lage in der Afa Hermeskeil​

Kommentar zu Besuch des Staatssekretärs wegen Lage in Afa Hermeskeil : Wichtiger Austausch, aber Hermeskeiler müssen jetzt am Ball bleiben

Nicht mehr als 1000 Menschen sollten in der Afa Hermeskeil untergebracht werden. Das hatten Stadt und Verbandsgemeinde ursprünglich mit dem Land vereinbart. Zurzeit sind es 1500. Die Hintergründe hat Staatssekretär David Profit im Stadtrat ausführlich geschildert.

Kommentar zu Lage in der Afa Hermeskeil​
Foto: TV/Schramm, Johannes

Er hat mehrfach betont, dass die hohe Belegung der Afa einer Ausnahmesituation geschuldet ist, verschärft durch den Krieg in der Ukraine und die Wohnungsnot in den Kommunen. Zugleich hat der Staatssekretär wenig Hoffnung gemacht, dass die Zahl in Hermeskeil – trotz der Entlastung durch die neue Außenstelle an der Mosel – schnell wesentlich nach unten gehen wird. Zu unberechenbar sei derzeit die weitere Entwicklung der Flüchtlingslage.
Das alles ist nachvollziehbar. Dennoch war der Besuch aus Mainz für die Akteure in Hermeskeil wichtig. Sie haben auch zu Recht moniert, dass er viel früher hätte erfolgen müssen. Denn Dialog und die gemeinsame Suche nach Lösungen für akute Probleme sind unbedingt wichtige dafür, dass sich die Menschen in Hermeskeil von der Landesebene ernst genommen fühlen und dass die Akzeptanz für die Afa dort nicht schwindet. Stadt und VG haben mit der Einrichtung im Hochwald nicht nur Verantwortung bewiesen, sondern dadurch auch Herausforderungen zu stemmen. Dass es sich auf ÖPNV, Auslastung von Ärzten oder andere Strukturen auswirkt, wenn sich in einer 6000-Einwohner-Stadt 1500 zusätzliche Menschen bewegen, ist nachvollziehbar. Gut, dass der Staatssekretär hierzu nicht nur einen weiteren Austausch, sondern konkrete Unterstützung des Landes angeboten hat. Jetzt müssen ihn die Politiker aus Hermeskeil beim Wort nehmen und am Ball bleiben.

c.weber@volksfreund.de