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Kommentar zu Problemen mit neuen Busplänen im Raum Thalfang

Kommentar : Das sind keinesfalls nur Startschwierigkeiten

Es knirscht und ruckelt zum Start des neuen Busnetzes im Hochwald. Das zeigen die Beschwerden, die aus mehreren Orten in der ersten September-Woche zu vernehmen waren. Sind die geschilderten Problemen allein mit Startschwierigkeiten zu erklären, die sich bessern werden, wenn das neue System eingespielt ist?

Wohl eher nicht.

Bei ausgefallenen Fahrten und vollen Bussen, die am 1. und 2. September zwischen Kell am See, Gusterath und Trier für massive Beschwerden sorgten, wurde teils nachjustiert. Hier entspannt sich die Lage womöglich auch, wenn sich alle an die neuen Linien gewöhnt haben. Anders sieht es dort aus, wo Verbindungen im Schülerverkehr offenbar komplett gestrichen worden sind. Dass Schüler aus der VG Thalfang in Hermeskeil Schulen besuchen weiß auch die Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Nun kann sie sich natürlich auf die rechtlichen Vorgaben und die bisherige Praxis berufen, dass Busse erst ab fünf Schülern einzurichten sind. Das Problem ist aber doch – und genau das ärgert die Betroffenen – das es vor dem 1. September funktionierende Verbindungen gab. Diese sind dem neuen Busnetz offensichtlich geopfert worden. Eltern, die durch Corona ohnehin schon Meister im Organisieren von Beruf und Homeschooling sein mussten, müssen sich nun auch noch darum kümmern, dass ihre Kinder die Schule irgendwie pünktlich erreichen. Dass diese Probleme bei den Verantwortlichen des neuen Netzes niemand hat kommen sehen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Aber man hat sie in Kauf genommen. Ob der ÖPNV auf dem Land so attraktiver wird und Eltern sich künftig weiterhin für ein Leben auf dem Dorf entscheiden, wenn sie mit solchen Hürden für den Schulbesuch ihrer Kinder rechnen müssen? Werbung für die Verbesserungen, die das neue Busnetz bringen soll, sind die geschilderten Fälle nun gerade nicht.

c.weber@volksfreund.de