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Kommentar zu schwierigen Zeiten fürs Café Heimat in Morbach

Kommentar : Probleme der Branche treffen die Kleinen besonders

Angesichts der Gerüchte, die nach Ostern durch Morbach geisterten, werden jetzt sicher einige erleichtert sein: Das Café Heimat schließt nicht. Die Gastronomie samt Kino bleibt den Morbachern vorerst erhalten.

Allerdings gibt der Betreiber auch offen Probleme zu. Mit denen ist er derzeit nicht allein. Viele Gastro-Betriebe und Kultureinrichtungen haben mit diesen zwei Faktoren akut zu kämpfen: Personalmangel und ein noch abwartendes Publikum.
Die Saison ist zwar gestartet, doch in der Gastronomie und Kulturbranche haben sich viele Mitarbeiter und Aushilfskräfte angesichts von Corona und Kurzarbeit beruflich neu orientiert. Kleine Betriebe wie das Café Heimat trifft das natürlich besonders. Ausreichend Personal ist aber die Bedingung dafür, wieder längere und verlässliche Öffnungszeiten bieten zu können. Ein Problem, das derzeit schwer zu lösen ist.
Faktor zwei: Kulturveranstaltungen laufen wieder an, sind aber oft nicht so gut besucht wie vor der Pandemie. Vor allem bei kleinen, intimeren Events herrscht offenbar noch Zurückhaltung. Zudem sitzt das Geld - auch eine Folge der aktuellen Lage - bei potenziellen Besuchern nicht mehr so locker, viele haben ihre kulturellen Aktivitäten reduziert. Da scheint es für ein kleines Programmkino wie das Café Heimat vernünftig, noch einmal genau auf das Angebot zu schauen und die allzu anspruchsvollen Nischen vielleicht derzeit nicht zu besetzen.

Klar ist: Ohne entsprechenden Zuspruch des Publikums wird es dauerhaft nicht funktionieren. Wer das Café Heimat mit seinem besonderen Charme und Konzept schätzt und es erhalten will, für den wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, dies auch mit einem Besuch vor Ort zu zeigen. Die Gemeinde sollte prüfen, ob sie nicht über ihr neues Kulturzentrum Unterstützung anbieten kann, um Café und Kino wieder mehr Leben einzuhauchen.

Kommentar zu schwierigen Zeiten fürs Café Heimat in Morbach
Foto: TV/Schramm, Johannes

c.weber@volksfreund.de