Kommentar zum Wolf-Infoabend im Hunsrück Frühes Zugehen auf die Betroffenen enorm wichtig

Meinung | Birkenfeld/Thalfang · Im Hunsrück ist wahrscheinlich ein junger Wolf dabei, dort sesshaft zu werden. Für die Menschen vor Ort ist das eine neue Situation. Verständlich, dass dies viele Fragen aufwirft. Dass es ein großes Informationsbedürfnis gibt, hat sich bei dem vom Land organisierten und gut besuchten Infoabend am Birkenfelder Umweltcampus deutlich gezeigt.

 Ein Wolf hat sich im Hunsrück womöglich niedergelassen. Bei den Menschen vor Ort ist das Informationsbedürfnis groß, wie eine Veranstaltung des Umweltministeriums Umweltcampus Birkenfeld gezeigt hat.

Ein Wolf hat sich im Hunsrück womöglich niedergelassen. Bei den Menschen vor Ort ist das Informationsbedürfnis groß, wie eine Veranstaltung des Umweltministeriums Umweltcampus Birkenfeld gezeigt hat.

Foto: dpa/Lino Mirgeler

Dabei wurde auch klar: Mit der Präsenz eines Wolfs konfrontiert zu sein, das kann ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen. Manche sind gespannt, manche sogar begeistert. Auf der anderen Seite ist auch eine Verunsicherung zu spüren, nicht zuletzt bei denen, die von der Weidetierhaltung leben und jetzt mit einer Gefahr für ihre Tiere konfrontiert sind. Diese Verunsicherung kann schnell zum Nährboden für Gerüchte und Falschmeldungen werden. Schon deshalb war es wichtig und gut, dass die verantwortlichen Stellen beim Land so zügig nach der Ausweisung des neuen Präventionsgebiets im Hunsrück auf die Bevölkerung zugegangen sind und diesen Infoabend angeboten haben. Ehrliche, transparente Kommunikation und Aufklärung werden in den nächsten Wochen der Schlüssel sein, um einen möglichst konfliktfreien Umgang mit dem Wolf im Hunsrück zu erreichen.

Es scheint auch das richtige Rezept zu sein, um ein meist stark mit  Emotionen aufgeladenes Thema zu beruhigen. Zumindest dieser erste Infoabend am Umweltcampus verlief auch in den kleinen Diskussionsgruppen überall dort, wo unsere Redaktion dabei gewesen ist, unaufgeregt und sachlich. Mag sein, dass dies auch dadurch begünstigt war, dass sich die Teilnehmer mit ihrem Namen anmelden mussten. Diejenigen, die eine Rückkehr des Wolfs ablehnen und ihr sehr kritisch gegenüber stehen, die werden sich vermutlich in nächster Zeit an anderen Stellen zu Wort melden. Oder tun dies bereits in den sozialen Medien. Umso wichtiger wird es für die Verantwortlichen beim Land sein, die am stärksten betroffenen Nutztierhalter zu erreichen, die jetzt ihre Zäune verstärken müssen. Und ihnen die notwendige Unterstützung zu bieten sowie ihre Existenzängste ernst zu nehmen. Das Kluwo hat hier mit einer vorgeschalteten Onlineveranstaltung für Schäfer und Landwirte bereits den ersten Schritt gemacht. Weitere sollen und müssen folgen.

c.weber@volksfreund.de

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort