1. Meinung

Kommentar zum Regionalentwicklungsverein

Meinung : Die Grenzen in den Köpfen müssen weg

Immer wenn man nicht mehr weiterweiß, gründet man einen Arbeitskreis. Oder auch einen Verein, mag sich mancher denken, wenn er das erste Mal vom Regionalentwicklungsverein Hunsrück-Hochwald hört.

Wieder so eine Gruppierung, die vor allem Papier und Termine produziert. Doch dieser Verein ist sehr sinnvoll. Kommunalpolitisch ist die Region ein Flickenteppich. Man hat zwar häufig ähnliche Interessen, weiß aber wenig voneinander und zieht mitnichten an einem Strang.  Das beginnt schon beim Namen: Die Menschen wohnen „vorm und hinterm Wald“. Hinterwäldler sind natürlich immer die anderen. Hochwälder lassen sich in der Regel  nicht oder sehr ungern als Hunsrücker bezeichnen. Geografisch gehört der Hochwald allerdings wie Idar- und Soonwald zum Hunsrück. Man gehört zu verschiedenen Landkreisen, teilweise werden Landesgrenzen überschritten.  Zeitungsgrenzen gibt es auch. Und im eigenen Landkreis haben die Hunsrücker oft andere Interessen als Eifeler und Menschen, die an der Mosel wohnen. Wie soll da ein Gefühl von Gemeinschaft und Identität entstehen? Es gibt einzelne Lichtblicke. Beispielweise kooperieren die Tourist-Infos der Nationalpark-Region. Denn schließlich wollen die Menschen nicht in Thalfang, Birkenfeld oder Hermeskeil Urlaub machen, sondern im Hunsrück (oder Hochwald). Womit wir wieder beim Thema wären. Mehr Zusammenarbeit ist sinnvoll. Dafür braucht man Netzwerke. Damit endlich ein bisschen zusammenwächst, was zusammengehört.

i.rosenschild@volksfreund.de