Meinung Bus zum Morgengrauen

Meinung | Bernkastel-Kues · Die Kritik an mangelnden Bussen beim Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues ist berechtigt – aber die Stadt kann wenig dagegen tun.

Kommentar zum Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues
Foto: Hoeser Rudolf

Ja, schimpfen lässt sich immer leicht. Nach einem derart großen Fest wie dem Weinfest der Mittelmosel wird es immer Kritik geben. Man muss aber bedenken: Das ganze Jahr über steht der ÖPNV rund um Bernkastel-Kues nur an zweiter Stelle. Die meisten Gäste reisen mit dem Auto an. Das Angebot für wenige Tage so hochzuschrauben, dass jeder Besucher selbst zu den Stoßzeiten von A nach B kommt, ist kaum möglich. Sowohl die Bus- als auch die Taxiunternehmen haben weder genug Fahrzeuge und, was deutlich entscheidender ist, nicht annähernd genügend Personal, um das zu stemmen. Aber: Wenn die Stadt umfassende Busanbindungen verspricht, wird sie sich an diesem Versprechen messen lassen müssen. Wer sich darauf verlässt, dass der Bus fährt, und dann im Regen steht, äußert berechtigterweise Kritik. Geübte Besucher des Weinfests der Mittelmosel wissen, wann es eng wird. Wer einen Platz im Bus sicher haben möchte, ist also gut beraten, einen ruhigeren Abend zu wählen. Die Suche nach einem perfekten ÖPNV-Konzept wird mit Blick auf den Personalmangel wahrscheinlich auch nächstes Jahr vergeblich sein.

u.bartz@volksfreund.de