Kommentar zur Kritik am Glasfaserausbau der UGG in Hermeskeil Zu viele Projekte gleichzeitig – das rächt sich eben

Meinung | Hermeskeil · Wenn im ganzen Stadtgebiet Straßen und Gehwege aufgerissen werden, um dort flächendeckend Glasfaserkabel fürs schnelle Internet zu verlegen, dann bringt das automatisch Unannehmlichkeiten mit sich. Das ist bei einem so großen Bauprojekt nicht verwunderlich.

 Der Ausbau für schnelle Internetleitungen in Hermeskeil läuft seit rund anderhalb Jahren. Seitdem gibt es immer wieder Kritik.

Der Ausbau für schnelle Internetleitungen in Hermeskeil läuft seit rund anderhalb Jahren. Seitdem gibt es immer wieder Kritik.

Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Auffällig ist allerdings: Nicht nur in der VG Hermeskeil sind Klagen über das Unternehmen UGG und seine Partner zu hören. Auch aus vielen anderen Orten, wo diese Firmen tätig sind, hagelt es Kritik. Und es sind immer dieselben Dinge, die bemängelt werden.

Es werden Termine genannt, die nicht eingehalten werden. Es werden verlässliche und dem Bürger kommunizierbare Pläne zum Ablauf der Bauphasen versprochen, die es dann doch nicht gibt. Die anfänglich monierten Qualitätsprobleme bei Tiefbau und Pflasterarbeiten sind offenbar inzwischen abgestellt. Doch scheint es jetzt am Personal zu fehlen, um die Leitungsgräben ordentlich, aber zügig mit Asphalt zu verschließen. Betroffene Anlieger erfahren eher zufällig, wo es mit den Arbeiten weitergeht, und wissen nicht, was aus ihren noch nicht verlegten Hausanschlüssen wird. Wann das Netz in Betrieb geht, kann zurzeit keiner sagen.

Dass diese Schwierigkeiten teils schon länger bekannt sind und nicht abgestellt wurden, das verärgert die Anwohner und die Verantwortlichen bei Stadt und Bauamt zu Recht. Letztere sind es ja auch, die sich ständig dem Frust der Bürger stellen müssen – weil das große Unternehmen UGG vor Ort nicht greifbar ist. Es drängt sich zudem der Eindruck auf, dass viele Probleme hausgemacht sind. Weil ein neuer Player am Glasfasermarkt in der Region die Konkurrenz ausstechen wollte und in vielen Orten zeitgleich die massiven Arbeiten gestartet hat. Und sich dabei offenbar übernommen hat.

Die Folgen: Es dauert vielerorts deutlich länger als anfangs angekündigt, es mangelt an Kommunikation und Koordination. Sicher steht am Ende ein Erfolg, nämlich ein flächendeckendes Glasfasernetz für Orte, deren Versorgung für andere Anbieter bislang nicht lukrativ genug erschien. Von dem Ärger auf dem Weg dahin wäre jedoch ein beträchtlicher Teil vermeidbar gewesen.

c.weber@volksfreund.de