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Kommentar zur Sanierung der Bieberbachbrücke bei Platten

Meinung : Schlechter April-Scherz im November

Dass eine Verzögerung um mehr als 50 Prozent der veranschlagten Bauzeit bei der Erneuerung der Bieberbachbrücke für Zeitverlust, Verdruss und Vertrauensverlust führt, ist mehr als verständlich.

Dass aber eine in beide Richtungen befahrbare Umleitung durch den Ort Platten jetzt die Lösung aller Probleme sein soll, ist es nicht.

Man stelle sich nur einmal vor, dass täglich mehrere Hundert oder gar Tausend Autos durch Platten düsen – durch einen Ort, wo Kinder spielen, zur Schule oder in den Kindergarten gehen, wo ältere Menschen spazieren gehen oder  wo jüngere Menschen Kinderwagen schieben. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Unfall passieren könnte.

Ein Kompromiss, wie es der beim Bau federführende Landesbetrieb Mobilität mit einer Einbahnstraßenregelung durch den Ort in Erwägung zieht, könnte jedoch die Situation entschärfen und alle Seiten berücksichtigen.

Er  lenkt aber nicht von der Tatsache ab, dass bei diesem Bauprojekt gehörig etwas schief gelaufen ist. Ende Oktober mitzuteilen, dass die Arbeiten im Plan liegen und nur noch das Wetter den Zeitplan verzögern könne, scheint in Anbetracht der Tatsache, dass nur vier Wochen später die auf rund sieben  Monate geschätzte Bauzeit um vier Monate verlängert wird, wie ein mehr als schlechter April-Scherz –  um es vorsichtig auszudrücken.

Denn das im Vergleich zu anderen Jahren viel zu trockene und zu warme Wetter im November kann für die vier Monate Bauverzögerung nicht der Grund sein. Noch nicht mal, wenn man beide Augen zudrückt.

p.willems@volksfreund.de