Kommentar zur Wahl des neuen Vorstands der CDU Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommentar : Jünger, offener und vor allem präsenter

Nach der zweijährigen Übergangszeit unter Maximilian Monzel an der Spitze vollzieht die CDU Trier mit der Wahl von Thorsten Wollscheid an die Spitze des Kreisverbands einen weitreichenden Wandel.

Alte Rituale und Machtspiele mit den Ortsbezirken und der Stadtratsfraktion soll es nicht mehr geben. Der neue Vorsitzende an der Spitze eines rekordverdächtig jungen Präsidiums setzt auf Kommunikation und die Vernetzung aller Akteure der Partei, die noch immer wehmütig die Wunden der Kommunalwahl leckt.

Mit dem Ergebnis der Kampfabstimmung gegen den ebenfalls jungen Markus Römer, dem Protagonisten des Protestes für den Erhalt der Tankstelle in der Ostallee, kann der neue Vorsitzenden nicht zufrieden sein. 39 Prozent der gültigen Stimmen sind für Römer ein unerwartet gutes Ergebnis. Der nicht sehr komfortable Vorsprung für Thorsten Wollscheid zeigen die Zweifel an dessen Fähigkeiten als Lautsprecher der Partei. Der Erfinder der „Blauen Lagune“ hat ohne Zweifel die größeren und bereits erwiesenen PR-Fähigkeiten. „Nur“ 61 Prozent sind aber – ebenso wie die Klatsche für Jutta Albrecht in der Kampfkandidatur um eine Stellvertreterposition – auch ein Denkzettel für das Abstimmungsverhalten gegen die eigene Ratsfraktion beim Thema Brubacher Hof.

Dennoch: Mit einer 16-jährigen Laufbahn bei der Jungen Union und der CDU kann der neue Vorsitzende viel Erfahrung vorweisen. Es ist nun an ihm, in der Fraktion und der Öffentlichkeit deutlicher in Erscheinung zu treten. Mit der Unterstützung des von ihm personell exakt so gewünschten Präsidiums kann das ebenso gelingen wie der Anspruch, alle Gruppierungen der Partei in wichtige Entscheidungen einzubinden. An diesem Versprechen wird sich der neue CDU-Vorstand messen lassen.

r.neubert@volksfreund.de

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