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Meinung: Nicht nur in Spangdahlem muss schnell was passieren

Meinung : Nicht nur in Spangdahlem muss schnell was passieren

Nicht erst seit gestern, sondern seit satten vier Jahren ist öffentlich bekannt, welch enormes Umweltproblem die US-Militärflughäfen der Region gebracht haben. Und was ist seitdem passiert? Viel zu wenig!

Jedenfalls nichts, was das Problem beseitigt oder das Risiko senkt. Noch immer fließen krebserregende Chemikalien von den Flugplätzen Bitburg und Spangdahlem ungehindert in die Umwelt. Auch ins wertvolle Grundwasser. Zum Glück sind die Schadstoffkonzentrationen im Trinkwasser bisher unbedenklich. Doch wer weiß schon, wie lange noch? Es ist allerhöchste Zeit, dass die Verantwortlichen etwas unternehmen.

Völlig unverständlich, ja verantwortungslos, ist das Vorgehen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Statt dafür zu sorgen, dass das Risiko für die Bevölkerung sinkt, blockiert sie die dringend nötigen Sanierungsarbeiten. Statt darauf zu drängen, dass diejenigen, die das Problem verursacht haben, es auch beseitigen, lässt sie nun schon seit Monaten prüfen, ob die US-Streitkräfte völkerrechtlich verpflichtet sind, sich um die Schadstoffe zu kümmern. Womöglich mit der Folge, dass entweder gar nichts passiert oder dass am Ende doch wieder der deutsche Steuerzahler dafür aufkommen muss, dass die Air Force jahrzehntelang alles andere als pfleglich mit der Umwelt umgegangen ist. Das Beispiel Bitburg zeigt anschaulich, um wie viel Geld es geht. Seit die Amerikaner dort 1994 abzogen, hat Deutschland mehr als 20 Millionen Euro für die Altlastensanierung ausgegeben. Die PFT-Problematik ist da noch gar nicht eingerechnet. Es muss doch im Interesse einer deutschen Behörde sein, dass das in Spangdahlem anders läuft!

Auch die rheinland-pfälzische Wasserbehörde SGD Nord scheint wenig Verständnis für das Vorgehen der  Bundesanstalt zu haben. Gut, dass sie Druck aufbaut und weitere rechtliche Schritte androht. Und gut, dass sie überhaupt angeordnet hat, dass in Spangdahlem schnell etwas passieren muss, damit die gefährlichen Substanzen nicht weiterhin aus den Regenauffangbecken in Bäche und Böden sickern. Da kann man dem Land in der Auseinandersetzung mit dem Bund nur Erfolg wünschen.

k.demos@volksfreund.de