1. Meinung

Ohne Windkraft geht es nicht

Ohne Windkraft geht es nicht

Nun wird es tatsächlich ernst mit der Ampel in Rheinland-Pfalz. Die Vereidigung der neuen und alten Ministerinnen und Minister ist nur noch Formsache. Dann wird es nach den Monaten des Wahlkampfes und der üblichen Innovationsflaute zwischen Wahltag und Kabinettsbildung höchste Zeit, mit aller Energie an der Zukunft für dieses Land zu bauen.

Die Energie ist dabei tatsächlich ein wichtiges und umstrittenes Thema. Denn vor allem mit Blick auf die Windkraft gab es im Wahlkampf mächtige Kritik und Vorwürfe am rot-grünen Vorgehen. Die FDP, die nun mit anderen als dem ursprünglichen Wunschpartner in die Regierungsverantwortung zurückkehrt, hat im Koalitionsvertrag zumindest einen Akzent gesetzt. Von dem Sturm gegen den angeblichen Wildwuchs immer neuer Windparks ist allerdings maximal ein belebendes Lüftchen geblieben.

Denn auch die Liberalen müssen nun zugestehen, dass der Ausstieg aus der Atomenergie, zu dem sich auch die neue Ampelregierung klar bekennt, nur mit Windkraft zu realisieren ist.

Die auf Drängen der Liberalen im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ausschlusskriterien tragen sicher dazu bei, unselige Diskussionen wie die über den Bau von Windrädern in Naturpark-Kernzonen oder Welterbegebieten zu beenden. Den strikten Windkraftgegnern reicht das und die Festlegung auf einen Mindestabstand von einem Kilometer zu Siedlungsflächen aber bei weitem nicht aus. Sie sind von der neuen Regierung bereits enttäuscht, bevor die mit ihrer Arbeit begonnen hat.

in Fünkchen Hoffnung bleibt ihnen allerdings, dass die größere Bedeutung des SPD-geführten Innenministeriums für die Windkraftplanung auch zu einem geregelteren Ausbau führen wird. Viele Kommunen, die seit 2012 die Planungshoheit dafür haben, stürzt das gleichermaßen in Sorge. Schnell muss zumindest geklärt werden, was mit den Projekten passiert, die bereits in der konkreten Planung sind. Ob die Energiewende tatsächlich gelingt, wird aber nicht nur von der Windkraft abhängen, Energieeffizienz, Energieeinsparungen und innovative Speichertechnologien sind ebenso wichtig. Dazu stehen im Koalitionsvertrag wenig mehr als Absichtserklärungen.

Die Region Trier macht anderen Teilen des Landes vor, wie dynamisch die Abkehr von Atomstrom und Kohlekraft sein kann. Das liegt sicherlich auch an der räumlichen Nähe zu den maroden Atomkraftwerken Cattenom und Tihange. Auch für die Stilllegung der Anlagen in Fessenheim und Doel will sich die neue Landesregierung starkmachen. Glaubwürdig wird sie dabei nur sein können, wenn alle Beteiligten wirklich an einem Strang ziehen.
r.neubert@volksfreund.de