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Meinung
Das Land muss den Unwetteropfern helfen

FOTO: TV / klaus kimmling
So schlimm das Unwetter am 1. Juni in weiten Teilen der Region auch war, es hat aber eins eindringlich gezeigt: Auf die überwiegend freiwilligen Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk ist Verlass.

Bis zur Erschöpfung haben sie in den betroffenen Orten den Anwohnern geholfen und dazu beigetragen, dass die Schäden nicht noch größer wurden, als sie ohnehin schon sind. Daher gebührt allen Helfern, auch denen, die einfach nur aus Solidarität und Nachbarschaftshilfe angepackt haben, ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit. Das sollten auch die Tierschützer anerkennen, die seit Tagen zum Teil heftig kritisieren, dass im Eifelzoo ein aus dem Gehege ausgebrochener Bär erschossen wurde, weil Einsatzkräfte offenbar Angst hatten, dass das Tier sie angreift. Das ist sicherlich dramatisch, aber darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass Hunderte von Menschen in der Eifel und im Kreis Trier-Saarburg von einem der heftigsten Unwettern der vergangenen Jahre betroffen waren.

Die Schäden in vielen Häusern, auf Grundstücken und an Autos dürfte in die Millionen gehen. Ihnen muss nun schnellstmöglich, unbürokratisch geholfen werden.

Es reicht nicht, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer ankündigt, nur den Härtefällen zu helfen und schnell Geld für öffentliche Gebäude, die durch Unwetter beschädigt worden sind, locker zu machen. Das Land muss allen, deren Hab und Gut durch Fluten und Regen beschädigt worden ist, finanziell unter die Arme greifen. Der Hinweis, dass dafür die Versicherung zuständig ist und das Land für Privatschäden nichts machen kann, mag zwar richtig sein, muss aber in den Ohren der Betroffenen wie ein Hohn klingen. Falls sie eine Versicherung haben, wird es Wochen dauern, bis sie von der Geld bekommen werden. Für viele kann das existenzbedrohend sein.

Das Saarland hat angekündigt, einen Hilfsfonds für die von Unwetter betroffenen Bürger aufzulegen. Luxemburg hat bereits am Freitag zugesagt, den Opfern mit 30 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Daran sollte sich die rheinland-pfälzische Landesregierung ein Beispiel nehmen, getreu ihrem früheren Slogan: „Wir machen‘s einfach.“

b.wientjes@volksfreund.de