1. Meinung

Schlimmer geht immer - Schlimmer geht nimmer

Schlimmer geht immer - Schlimmer geht nimmer

Zum Einsatz von V-Leuten bei Ultra-Fußballfans Pro-Contra-Kommentare unserer Kollegen

Pro V-Leute: Schlimmer geht nimmer


Die Trierer Ultras gehören sicherlich nicht zu den gewaltbereitesten Fußballfans, die es auf deutschen Fußballplätzen gibt. Aber auf ihr Konto gehen trotzdem Schlägereien, Randale und das Abfeuern von Leuchtraketen im Stadion. Das, was einige als Stimmungsmache auf der Tribüne betrachten, darunter leiden die Fans, die einfach nur, womöglich mit Kindern, friedlich ein Fußballspiel schauen wollen. Sie fühlen sich dadurch bedroht, haben Angst, dass ihnen eine Rakete um die Ohren fliegt und sie womöglich in eine Schlägerei verwickelt werden. Daher ist es richtig, dass die Polizei die Ultras im Blick behält - auch mit V-Leuten. Es geht um den Schutz der normalen Fußballanhänger. Durch eingeschleuste Spitzel hat die Polizei vielleicht die Möglichkeit, die eine oder andere gefährliche Ultra-Aktion rechtzeitig zu verhindern. Dass viele Stadien mittlerweile Hochsicherheitstrakten gleichen, geht auch auf das Konto solcher Fanatiker, die nicht davor zurückschrecken, Unbeteiligte in Gefahr zu bringen. Schlimmer geht nimmer. b.wientjes@volksfreund.de

Contra V-Leute: Schimmer geht immer

Ultras sind keine Chorknaben. Auch in Trier nicht. Sie wollen es auch gar nicht sein. Für die fußballverrückten Mitglieder der Ultra-Gruppierungen gehört Anderssein zum Programm. Nach ihrem Selbstverständnis sind sie mit Haut und Haaren und rund um die Uhr Fans, die sich nicht damit begnügen, bei Heimspielen und schönem Wetter - vielleicht noch mit einem Eintracht-Schal "bekleidet" - auf der Tribüne Platz zu nehmen. Ultras dagegen machen Dampf, sind laut, schwenken Transparente, grölen mitunter nicht ganz jugendfreie Parolen, schmeißen auch schon mal Rauchbomben und prügeln sich mit gegnerischen Fans. Das muss einem nicht gefallen. Und wenn dabei Straftaten begangen werden, gehören die Verursacher dafür bestraft. Aber: Ultras sind deswegen noch keine Schwerkriminellen, denen nur mit der Anwerbung von Spitzeln beizukommen wäre. Wer dies dennoch versucht, gefährdet die V-Leute und darf sich nicht wundern, wenn die Situation am Ende verfahrener ist als vorher. Schlimmer geht immer. r.seydewitz@volksfreund.de