Stau in Trier - Der Handel kämpft um die Autofahrer

Kolumne Die Woche : Ganz gemütlich Richtung Trier

Wer am Donnerstag mit dem Auto nach Trier wollte, musste viel Geduld mitbringen. Saarländer und Luxemburger freuten sich über ihren Ausflug an Mariä Himmelfahrt, die Trierer Händler freuten sich über das Zusatzgeschäft – nur viele Trierer selbst freuten sich weniger.

Zugegeben: Hier ist schnell von Stau die Rede. Wenn es einmal zehn Minuten länger dauert, ruft mancher den Verkehrskollaps aus. Aber am Donnerstag zeigte sich, dass Trier tatsächlich schwer einen ungewöhnlichen Andrang verkraftet. Wer nicht in die Stadt kommt, wird dort kein Geld ausgeben. Diese simple Einsicht ist mit Blick auf die Verkehrsplanung in Trier und in der Region wichtig. Denn klar ist: Wir werden hier einerseits weiter viele Einwohner haben, die zur Arbeit pendeln, etwa nach Luxemburg. Und wir können und müssen darauf bauen, dass Trier und die gesamte Region Touristen und Kunden für den Einzelhandel anlocken.

Noch immer ist es so, dass viele Innenstädte hochattraktiv sind. Aber wie können sie das bleiben? Wenn mehr Händler die Städte verlassen und große Unternehmen an den Rändern bauen, werden nur wenige profitieren. In anderen Städten gibt es die absurdesten Entwicklungen: Einkaufscenter, die historischen Gebäuden ähnlich sind, sorgen für triste Innenstädte, in denen Attraktionen vernachlässigt werden. Die Kopie ersetzt das Original. Zugegeben: Wir sind noch weit davon entfernt. Aber eine konsequente Verkehrs- und Stadtplanung muss darauf setzen, die Innenstädte am Leben zu erhalten und die Autofahrer, die es ganz sicher weiter geben wird, ebenfalls zu berücksichtigen. Das heißt keineswegs, Autos in den Mittelpunkt der Planung zu stellen, ganz im Gegenteil. Aber so lange es nicht an allen großen Straßen Möglichkeiten gibt, günstig und komfortabel auf Busse und Bahnen zu wechseln, so lange es nicht genügend Parkplätze gibt, selbst wenn sie etwas außerhalb sind, wird es nicht nur an Tagen wie Mariä Himmelfahrt immer wieder zu Problemen kommen.

t.roth@volksfreund.de

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