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Meinung
Tiefe Kluft zwischen Wort und Tat

FOTO: Lichtgut/Leif Piechowski
Diesen US-Präsidenten kann man nicht mehr ernst nehmen. Donald Trump spricht Deutschland die Souveränität ab und wirft einem seiner engsten Verbündeten vor, ein „Gefangener“ Russlands zu sein. Von Markus Grabitz

Vermutlich meint er, dass diese Breitseiten bei seinen Sympathisanten in den Vereinigten Staaten gut ankommen. In der Sache bedient er sich plumper Hetze. Der Gedanke scheint ihm fremd zu sein, dass die Allianz eine schlechte Figur macht, wenn sich die Mitglieder des wichtigsten Verteidigungsbündnisses der Welt auf offener Bühne bei ihrem alle zwei Jahre stattfindenden Familientreffen gegenseitig zerfleischen.

Zumindest bei der Nato hat man sich an die Eskapaden des Donald Trump gewöhnt. Anders als im Handelskonflikt, wo der US-Präsident  nicht nur poltert, sondern Strafzölle verhängt, gibt es bei der Nato aber eine tiefe Kluft zwischen dem, was Trump sagt und was er macht. Bislang jedenfalls haben sich die USA nicht militärisch zurückgezogen. Vielmehr haben sie ihr Nato-Engagement in Europa noch hochgefahren. Zur Stunde  gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass Trump sich vom Nato-Kommuniqué verabschiedet. Das 39-Seiten-Papier wird bei dem Gipfel verabschiedet und stellt so etwas wie die Arbeitsbasis im Bündnis für die nächsten zwei Jahre dar.

So ätzend seine Rhetorik ist: So lange es dabei bleibt und keine Taten folgen, können alle im Nato-Bündnis  mit dem Trump-Faktor leben.

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