1. Meinung

Überall nur Schmierentheater

Überall nur Schmierentheater

Die Bundesregierung in Berlin tut seit Monaten nun wirklich alles, um den Menschen in diesem Land die Lust auf Politik und die letzte Glaubwürdigkeit von Politikern abzugewöhnen.

Dieses Witzfigurenkabinett hat sich bisher vor allem durch zwei Dinge ausgezeichnet: durch die standhafte Weigerung, vor der Landtagswahl in Nordrhein Westfalen überhaupt zu regieren, und permanentes Kasperletheater samt gegenseitiger Beschimpfungen danach. Vom Horror-Trio Merkel - Westerwelle - Seehofer erwartet niemand mehr ernsthaft vernünftige Politik. Diese Regierung hat abgewirtschaftet, bevor sie mit ihrer Arbeit auch nur richtig begonnen hat.

In einer solchen Situation hofft der normale Bürger natürlich darauf, dass es eine kraftvolle Opposition gibt, die problemlos übernehmen kann, wenn die unfähige Besatzung des Regierungsdampfers endgültig SOS funkt.

Seit dem Schmierentheater um die Macht in NRW sind Zweifel an der Fähigkeit der Ersatzmannschaft allerdings mehr als angebracht.

Kurze Rückblende: Erinnern Sie sich noch an den Anfang der Woche, als Hannelore Kraft auf Kreiskonferenzen herumreiste und den staunenden Genossen erklärte, sie werde in der Opposition bleiben und den Minderheitsministerpräsidenten Jürgen Rüttgers vor sich hertreiben?

Wissen Sie vielleicht auch noch, dass dieses Vorhaben bei Genossen und Grünen auf Bundesebene gar nicht gut ankam, weil sich dann die Mehrheit im Bundesrat nicht geändert hätte.

Aber Kraft blieb dabei, und irgendwie nötigte das Vielen Respekt ab.

Bis vorgestern. Da machte sich die gute Hannelore endgültig zur Lachnummer, und wieder fragte sich der staunende Zuschauer: Für wie dämlich halten Politiker die Bevölkerung?

Jetzt wird sie also doch genau das tun, was sie vor der Wahl vehement abgelehnt hatte, übrigens genau wie die Grünen: sich mit den Stimmen der Postkommunisten in NRW zur Ministerpräsidentin wählen lassen und danach mit deren gnädiger Duldung versuchen zu regieren. Da juckt es dann die machttrunkenen Genossen und ihre Verbündeten auch nicht mehr, dass die rot-grünen Damen Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann nach Sondierungsgesprächen mit den Linken noch vor wenigen Tagen erklärt hatten, es gebe keine Gemeinsamkeiten, eine Zusammenarbeit sei nicht möglich.

Wer soll denn nach so viel Lug und Trug deutschen Politikern noch etwas glauben?

Die Mehrheit dieses Volkes sicherlich nicht mehr. Die gleichen Damen und Herren, die die Karre an die Wand fahren, werden sich nach der nächsten Wahl mit Krokodilstränen-überströmtem Gesicht hinstellen und die niedrige Wahlbeteiligung beklagen.

Warum wohl immer weniger Menschen wählen gehen und sich stattdessen mit Grausen abwenden?

Die Verantwortlichen für das Chaos in Berlin und das Schmierentheater in Düsseldorf haben dafür einmal mehr erstklassige Erklärungen geliefert.

d.schwickerath@volksfreund.de