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Meinung: Kontra Trainingsflüge
Unklug und gefährlich

FOTO: TV / Friedemann Vetter
Der Kalte Krieg ist 1991 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende gegangen. Verträge sicherten den Frieden zwischen Ost und West. Doch seit einigen Jahren scheint es, als würde das Wettrüsten von Amerika und Russland wieder beginnen. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Ein Teil davon ist die European Deterrence Initiative. Denn was anderes soll sie Putin vermitteln als: „Wir könnten, wenn wir wollten“? Genau dasselbe passiert in Moskau, wenn Präsident Putin – wie Anfang März – bei einer Rede vor der Föderationsversammlung von den „unbesiegbaren“ russischen Nuklearwaffen der Zukunft schwärmt. Und auch innerhalb der Europäischen Union gibt es Stimmen, die eine Militarisierung vorantreiben wollen.

Ist diese Abschreckungsstrategie noch taktisch zu erklären oder der Großmannssucht zweier Staatsmänner geschuldet? Ja, die EDI wurde von Obama ins Leben gerufen. Als Zeichen, dass die USA nicht schwach sind, dass sie der Annexion der Krim etwas entgegenzusetzen haben. Aber Donald Trump weitet die Drohgebärden aus, provoziert den Kontrahenten im Kreml immer wieder. So bewilligte der Kongress jüngst 58 Millionen Dollar für die Erforschung neuer Mittelstreckenraketen.

Das alles soll der „Sicherheit“ dienen, wie es offizielle Stellen verlautbaren. Doch mit jeder F22, die über die Region brettert, mit jedem Spezial-Training, wächst zumindest nicht die gefühlte Sicherheit in der Region, sondern die Angst vor einem sich anbahnenden Konflikt. Und dann wäre die Eifel mittendrin mit ihrer Air Base Spangdahlem und den vermuteten 20 Atomwaffen im Fliegerhorst Büchel.


c.altmayer@volksfreund.de