Video killed the ... Torjubel

Video killed the ... Torjubel

Ach, was habe ich mich in meinem Leben schon über Fehlentscheidungen geärgert. Über glasklare Tore, die nicht gegeben wurden.

Über Rote Karten, die keine waren. Über Abseitsstellungen, die man noch an Bord der ISS locker gesehen hätte. Meistens dann, wenn die Pfiffe gegen die von mir favorisierten Teams gingen.

Der Videobeweis soll mehr Gerechtigkeit bringen. Aber das kann nur funktionieren, wenn er ganz dosiert eingesetzt wird. Das ist in den ersten Tagen des Confed Cups nicht der Fall. Ansonsten nimmt der Videobeweis dem Fußball mehr als er ihm geben kann: die unmittelbare Freude, das bedingungslose "Jaaaa!" Schiri zeigt: Tor - das war alles, was man wissen musste.

Wenn bei gefühlt jedem zweiten Treffer die Kameras bemüht werden und nach zwei Minuten und sieben Zeitlupen die zarte Tendenz zu "Abseits" geht, dann beraubt sich der Fußball des Wichtigsten, was er hat: der Emotion. Wenn es wirklich gerecht zugehen sollte, dürfte der Schiedsrichter in der Konsequenz gar kein Abseits mehr pfeifen, wenn er nur den leisesten Zweifel hat. Aber das kann es wohl nicht sein. Krasse Fehlentscheidungen beheben - das muss der Videobeweis liefern können. Kleinere Fehler müssen weiterhin drin sein. Selbst wenn sie das eigene Team treffen. a.feichtner@volksfreund.de