1. Meinung

Wie Medien über den Coronavirus berichten - über Gefahren und Panikmache

Die Woche im Blick : Panik? Nein! Wachsamkeit? Ja!

Wie gefährlich ist das Coronavirus? Wer sagt, er könne dies hundertprozentig richtig einschätzen, ist vor allem eines: ein Lügner.

Feststeht: Das Virus breitet sich derzeit aus. Die Menschen sind mobil, China ist für unsere Unternehmen ein attraktiver Markt – Verbindungen gibt es mittlerweile in fast alle Regionen. Dass es daher nahezu täglich Verdachtsfälle in unserer erweiterten Region gibt, ist nicht zu vermeiden. Wichtig ist, dass jeder ernst genommen wird. Bisher spricht übrigens alles dafür, dass die Behörden etwa in Rheinland-Pfalz oder im Saarland dies tun – in Homburg gab es gestern schnell Entwarnung in einem Verdachtsfall, ebenso wie in Trier in dieser Woche.

Wichtig ist aber auch, dass die Medien offen berichten. Wir nennen etwa jeden Verdachtsfall, wenn wir davon Kenntnis haben. Nicht, um Panik zu verbreiten – dafür gibt es keinen Anlass. Aber um möglichst schnell zu informieren und mögliche Gefahren zu nennen. Und um eines zu erreichen, was nicht unterschätzt werden darf: Transparenz schafft Vertrauen. In China etwa schürt gerade die Zensur der Berichterstattung über das Virus Misstrauen. Und sie schafft Raum für Verschwörungstheorien und für übertriebene Ängste.

Es lohnt sich, bei uns dagegen anzugehen und auf die Fakten zu verweisen. Stand gestern Nachmittag gab es in Deutschland sechs bestätigte Fälle. Bisher wiesen die Patienten alle nur milde Symptome auf, der Gesundheitszustand war stabil. Wie bei einer Grippe ist es immer möglich, dass jemand sich ansteckt, ohne bereits erkennen zu können, dass er infiziert ist. Und die Gefahr einer sich schnell ausbreitenden Seuche und vieler Todesopfer ist sehr gering.

Zugegeben, das ist alles eine Einschätzung von gestern Nachmittag. Und es ist vielleicht nicht so sensationell wie manches Video und mancher Post im Internet über das „Todesvirus“. Aber es beruht auf den bekannten Informationen und ist das, was man möglichst zuverlässig schreiben kann.

t.roth@volksfreund.de