1. Meinung

Will sie nicht, kann sie nicht?

Will sie nicht, kann sie nicht?

Man wünschte sich, die Kanzlerin würde endlich einmal ordentlich mit der Faust auf den Tisch donnern. Doch so tickt Angela Merkel nicht.


So hart und unerbittlich, wie sie bei der Bewältigung der Euro-Krise die Griechen und andere in Europa auf Sparkurs trimmt, so gleichgültig erscheint ihr Führungsstil im Inneren. Die Bayern nutzen dies mal wieder schamlos aus.
Außenminister Guido Westerwelle hat ausnahmsweise recht, wenn er beklagt, das Griechenland-Mobbing schade inzwischen dem Ansehen Deutschlands.
Den Schuh muss sich Merkel anziehen. Ihr gelingt es nicht einmal, dass sich ihre Koalition länger als 24 Stunden an ein Kanzlerinnen-Wort hält. Will sie nicht, kann sie nicht?
Die Regierungschefin steht mit der Richtlinienkompetenz eindeutig auf Kriegsfuß. Inhaltlich gibt Merkel auch schon lange nichts mehr vor. Sie scheint sogar von einem innenpolitischen Desinteresse befallen zu sein.
Deswegen darf in der Koalition jeder schwätzen wie er will. Nicht nur in Sachen Euro.
Selbstverständlich kann man auch sagen: So ist die CSU, und so kleingeistig ist vor allem ihr Generalsekretär Dobrindt. Den Bayern sitzt schon jetzt die Angst vor der nächsten Landtagswahl im kommenden Jahr im Nacken. Da haben die Christsozialen sogar etwas mit der FDP gemein, die ihrerseits vor den Wahlen in Niedersachen und im Bund bibbert. Deshalb die ständige Griechen- und Euro-Schelte.
Nur: Die gigantische Euro-Krise taugt eben nicht zur Bewältigung von Profilneurosen einiger Provinzpolitiker. Das weiß auch Merkel.
Umso unverständlicher ist es, dass sie sich daheim ständig in die Parade fahren lässt.
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