Wintereinbruch in der Region Trier - Zeit, um Danke zu sagen

Leitartikel : Wer fährt im Winter am besten Auto?

Woher kommen eigentlich die besten Autofahrer? Sind die Eifeler auf Schnee sicherer und schneller unterwegs als die Trierer? Oder sind nur die Männer und Frauen von der Saar wahre Schnee-Akrobaten auf vier Rädern?

Die Fragen kommen nach jedem Schneefall, nach jedem Winterstau in der Region auf – und sie sind für einen in keiner der Regionen Geborenen wirklich amüsant.

Doch wer die Diskussionen verfolgt, die sich sonst so entspinnen rund um die Frage, wer für den zum Stillstand gekommenen Verkehr verantwortlich ist, dem vergeht schnell das Lachen. Immer gerne genommen bei Nörglern: Der Winterdienst fuhr nicht frühzeitig und räumte die falschen Straßen. Ebenfalls beliebt: Die Diskussion, wann Straßen und wann Fahrradwege und öffentliche Plätze geräumt werden. Und gestern gerade in Trier oft zu hören: Warum fahren denn die Busse wegen so ein paar Schneeflocken nicht mehr?

Ja, Kritik ist erlaubt und sie kann hilfreich sein – wenn etwa eine Gefahrenstelle übersehen worden ist. Aber die Haltung, die Mitarbeiter der Städte und Dörfer müssten bis 8 Uhr alles vom Schnee befreit haben, zeigt, wie maßlos manche Dauernörgler in ihren Ansprüchen geworden sind. Diese Vollkasko-Mentalität zeigt sich leider immer wieder. Wenn etwa eine kleine volle Mülltüte um die Ecke der Müllabfuhr gemeldet wird, statt sie schnell selbst wegzuräumen. Wenn ein umgefallenes Baustellenschild oder eine -absperrung tagelang liegen bleiben, statt diese kurz anzuheben.

In diesem Sinne ist bei Wintereinbruch der erste Tipp doch stets derselbe: Fahren Sie nur so schnell, wie es die Verkehrsverhältnisse zulassen. Und zugegeben: Ich sitze auch manchmal kopfschüttelnd am Steuer hinter manchem „Schleicher“. Doch jedes Auto im Graben, jeder querstehende Laster ließe die Fahrt noch viel länger ausfallen.

Daher sage ich an dieser Stelle gerne einmal Danke: An alle, die in den Räumfahrzeugen, auf Straßen und Gehwegen für uns alle unterwegs sind, an die Sicherheitskräfte, die bei Wind und Wetter unterwegs sind, an Briefträger, Paketboten und Zeitungszusteller, die sich ebenfalls ihren Weg bahnen, damit wir alle nicht auf unseren gewohnten Komfort verzichten müssen. Und ich äußere eine Bitte: Seien Sie nachsichtig (auch mit uns beim Volksfreund), wenn in diesen Tagen manches länger dauert oder nicht so gut klappt.

Noch ein kleiner Tipp zur Beruhigung. Fragen Sie einmal, was wichtiger ist, wenn jemand klagt, dass die Unternehmen zu schnell den Busbetrieb einstellen: Dass die Menschen im Winter unfallfrei nach Hause kommen oder dass die Busse auf die Minute genau fahren und die Fahrer das Risiko eingehen, steckenzubleiben oder im schlimmsten Fall in den Graben zu rutschen? Zumindest bei mir ist die Antwort dazu schnell gefunden.

In diesem Sinne: Kommen Sie alle sicher an, egal ob in der Eifel, im Hunsrück, an der Saar, in Trier oder in Luxemburg! Und genießen Sie die weiße Pracht!

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