Wünsch dir was!

Wünsch dir was!

Himmelpfort nennt sich der Ort bei Berlin, dem alljährlich viele Tausend Kinder ihre Weihnachtswunschzettel schicken. Da kommt einiges zusammen. In der Koalition ist das ähnlich.

Zehn Arbeitsgruppen produzieren beständig Wunschzettel. Vom höheren Kindergeld bis zu niedrigeren Steuern und größerem Schonvermögen - alles, was das Herz der Fachpolitiker zum Teil seit Jahren höher schlagen lässt, wird derzeit in den Arbeitsgruppen beschlossen. Und steht oft am nächsten Tag schon als Einigung in den Zeitungen.

Vorsicht! Eine Arbeitsgruppe Sparvorschläge gibt es nicht. Und auch übergeordnet gibt es bisher keine Instanz, die sagen würde: Leute, Leute, wir müssen bis 2013 irgendwie noch 30 Milliarden rausquetschen, sonst stehen wir jenseits der Verfassung. Habt ihr sie noch alle mit euren Ausgabenprogrammen? Im Gegenteil, die Oberen aus den Parteiführungen, ob Merkel, Seehofer oder Westerwelle, machen in der jetzigen Phase noch den Eindruck, als werde alles schon nicht so schwierig werden. Man dürfe doch die Konjunktur nicht durch Sparen abwürgen, lautet die eine Begründung. Die andere: Vielleicht verläuft die Entwicklung ja viel besser als erwartet. So entsteht eine wahre Wünsch-dir-was-Koalition.

Doch das dicke Ende kommt noch, gegen Ende der Verhandlungen oder spätestens bei der Aufstellung der Haushalte. Irgendwo wird der "Finanzierungsvorbehalt", den jeder Vorschlag derzeit noch trägt, greifen, und irgendwo werden zusätzliche Ausgaben wieder her eingeholt werden müssen. Und sogar mehr als das. Warten wir ab, was das Christkind bringt. Es könnte noch eine schöne Bescherung werden.

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