1. Meinung

Zeit für Optimismus

Zeit für Optimismus

Springt die Weltwirtschaft nicht wie erhofft in den kommenden Monaten an, wird es auch in der Region düster.

Ist das Schlimmste schon vorbei? Mit Blick auf die überraschend positiven Wirtschafts-Zahlen der jüngsten Tage könnte der Eindruck entstehen, dass das Ende der Rezession schon näher rückt. Die Nachfrage aus dem Ausland hat beispielsweise dem Maschinenbau in Deutschland im Mai und Juni wieder einige neue Aufträge beschert, und schon wird der viel zitierte Silberstreif am Horizont von den Wirtschaftsinstituten und Konjunktur-Experten herbeigeredet. 2009 wird die Wirtschaft zwar um rund sechs Prozent einbrechen, doch schon 2010 soll es wieder mit einem leichten Plus aufwärts gehen.

Für die Region Trier käme diese Entspannung gerade recht. Bisher sind die Auswirkungen der Krise noch überschaubar. Vor allem die Automobilzulieferer haben es schwer: Von den insgesamt 8500 Mitarbeitern aus rund 350 Unternehmen, die in Kurzarbeit sind, kommen viele aus diesem Bereich. IG Metall-Chef Roland Wölfl hat schon vor Monaten beklagt, dass es vor allem diese Industriebetriebe trifft. Rund 2000 Stellen hat die Region im vergangenen Jahr hier eingebüßt. Keine Frage, hier trifft die Wirtschaftskrise auch die Region mit voller Wucht. Und springt die Weltwirtschaft nicht wie erhofft in den kommenden Monaten an, wird es auch in der Region düster.

Doch so bleibt zunächst die Hoffnung. In weiten Bereichen ist eben die mittelständische Struktur der Region ein Segen. Die Wirtschaftskraft ist auf viele Schultern verteilt: Natürlich spielen die Industriebetriebe eine große Rolle, doch Dienstleistung und vor allem Handel und die vielen kleinen Handwerksbetriebe sind ebenso wichtig für Beschäftigung und Wachstum.

Und gerade Handel und Handwerk profitieren bisher davon, dass der Konsum trotz Krise bisher nicht eingebrochen ist. Der Grund: Viele Menschen spüren nichts von Krise, haben sogar wegen der rückläufigen Preise bei Benzin und Lebensmitteln mehr Geld im Portemonnaie. Von daher darf man also ruhig ein wenig Optimismus versprühen, denn auch das bringt die Wirtschaft ein Stück nach oben.

h.waschbuesch@volksfreund.de