Zum Tod von Nelson Mandela: Ohne Hass und mit einem Lächeln

Zum Tod von Nelson Mandela: Ohne Hass und mit einem Lächeln

Warum Nelson Mandela immer im Gedächtnis der Welt bleiben wird - ein Kommentar.


Nelson Mandela ist tot. Na und, werden viele jetzt sagen, immerhin war der Mann doch schon 95. In diesem biblischen Alter wird man doch wohl die Augen für immer zumachen dürfen. Erst recht dann, wenn jemand ein Leben lang ein richtig schweres Päckchen getragen hat. Nun wird die Welt ohne den Freiheitskämpfer, den südafrikanischen Nationalhelden, den Versöhner, den witzigen, schlagfertigen, menschlichen Staatsmann, den humorvollen Gesprächspartner auskommen müssen.

Unsere Welt wird ein Stück ärmer, kälter, ihr fehlt ein Mittler, ein Mahner, ein beharrlicher Streiter für die unveräußerlichen Menschenrechte. Kein Superlativ ist seit vorgestern Abend zu hoch gegriffen, um den Politiker und Staatsmann Mandela zu beschreiben. Und alle treffen zu. Die von der Lichtgestalt, der Jahrhundertfigur, dem großen, gläubigen Humanisten, dem Rache fremd und Versöhnung ein Herzensanliegen war. Der eine Vision von Südafrika hatte und sie mit einer unglaublichen Ausdauer, mit bedingungsloser Kompromissbereitschaft und ausgesprochen klugem Handeln verfolgte und so am Ende einer ganzen Nation die Freiheit und den inneren Frieden geschenkt hat.

Das alles ist mehr, als man von einem einzelnen Menschen erwarten, was man ihm zumuten kann. Und deshalb war Mandela eine Ausnahmefigur und wird es im Lichte der Geschichte auch bleiben.

Nicht, weil er große Schlachten schlug und gewann, sondern weil er sie verhindert hat. Und deshalb faszinierte er Menschen in aller Welt und tut es über den Tod hinaus. Selbst sein langsames Sterben rührte Millionen zu Tränen.

Nelson Mandela gelang auch so viel, weil er im tiefsten Innern von seiner Sache überzeugt war und er damit andere für seine Sache gewonnen hat. Wie den letzten weißen Staatschef Südafrikas, Frederik Willem de Clerk, der bereit war, sich auf einen friedlichen Wandel einzulassen.

Arbeiten an einer gemeinsamen Zukunft statt eines blutigen Bürgerkrieges. "Wenn du Frieden mit deinem Feind machen möchtest, musst du mit deinem Feind zusammenarbeiten. Dann wird er dein Partner." Diesen Satz aus seiner Biografie hat Nelson Mandela gelebt und Unglaubliches erreicht.

Was wäre mit einer solchen Einstellung zum Beispiel für die Völker im Nahen Osten alles zu gewinnen!
Dafür aber bräuchte es wahre Größe, und die hatte Nelson Mandela ohne Frage. Mandela, dieser ewig lächelnde, tanzende, fröhliche und menschliche Papa Madiba Südafrikas.

d.schwickerath@volksfreund.de