1. Meinung

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Nach eineinhalb Jahren der Geheimniskrämerei haben die Verantwortlichen des Bitburg-Airports mit großem Tam-Tam den Vorhang gelüftet - und siehe da: Heute ist der Flugplatz Bitburg gefühlt genauso weit wie im Oktober 2009, als Frank Lamparski mit seinen großen Plänen erstmals ums Eck kam. Noch immer gibt es einen Mann, der für die ehemalige amerikanische Airbase in Bitburg große Visionen hat.

Und noch immer gibt es angeblich Investoren, die bereit sind, sehr viel Geld in diese Visionen zu stecken. Belege, dass es dieses Geld tatsächlich gibt, fehlen noch immer. Der Businessplan ist noch immer nicht geprüft. Der Flugplatz noch immer nicht verkauft. Und in einer Woche läuft die Frist ab, bis zu der sich die Parteien an so wichtige Bedingungen wie "kein Nachtflug" gebunden fühlen. Das kann man nicht gerade als Erfolg bezeichnen.
Etwas hat sich in den vergangenen Jahren allerdings durchaus verändert: Frank Lamparski ist inzwischen Gesellschafter der Flugplatz GmbH und hat als solcher schon sehr viel Geld investiert, um das jährlich auflaufende Minus des Flugplatzes aufzufangen und an seinen Visionen zu arbeiten. Wenn man ihm glaubt, ist er dem Durchbruch so nahe wie noch nie. Ihm eine Gnadenfrist zu geben, ist daher vertretbar.
Allzu lange sollte sie allerdings nicht werden. Wenn Mitte nächsten Jahres immer noch alles so vage ist wie heute, ist es endgültig an der Zeit, sich etwas anderes für den Flugplatz Bitburg zu überlegen. Alleine im Bereich der erneuerbaren Energien gäbe es genügend sinnvolle Alternativen für ein derart großes Konversionsgelände.
Sollten die Millionen für das Projekt Bitburg-Airport allerdings doch noch auf Lamparskis Konto eintrudeln, dann heißt es: Aufpassen! Denn zwei der Bedingungen, die in Bezug auf seinen Businessplan in der gemeinsamen Absichtserklärung festgehalten sind, hat Lamparski jetzt schon missachtet. Jetzt, da sie noch gelten.
Und wenn das Papier am 1. Januar seine Gültigkeit verliert, dann hat keine der sinnvollen Bedingungen mehr Bestand, die vor 18 Monaten ausgehandelt wurden. Nachtflugverbot, Lärmentschädigung, Kautionen - vor einem Verkauf muss all das neu ausgehandelt werden. Und zwar so, dass die Menschen in der Südeifel sich darauf verlassen können, dass es auch eingehalten wird.
k.hammermann@volksfreund.de