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Garten
Kompostwirtschaft im Winter

 Kathrin   Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Wieder einmal stehe ich mit meinen Orangen- und Bananenschalen vor dem Kompost und frage mich, ob das nun zu viele Zitrusfrüchte und schwer verrottendes Material für den guten Zweck der Humusgewinnung werden. Von Kathrin Hofmeister

Man hört gelegentlich, dass Schalen von Südfrüchten nicht auf den Kompost gehören, weil sie meist mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sind und sich nur schwer zersetzen. Das erste Risiko könnte man durch Bioprodukte minimieren. Und selbst bei konventionellen Produkten geben Umweltlandesämter Entwarnung und halten kleinere Mengen für unbedenklich. Bleibt die zweite Sorge: Verkleben die hartnäckigen Zitrus- und Bananenschalen die Biomasse, kommt es schnell zur Schimmelbildung. In der kalten Jahreszeit ist der Rotteprozess ohnehin schon verlangsamt oder kommt ganz zum Erliegen. Je tiefer die Temperaturen, desto träger werden die Pflanzenzersetzer. Etwas leichter könnte man es den Humusbereitern machen, indem man die Schalen vor dem Kompostieren klein schneidet. Aber mal ehrlich – in meinem Bekanntenkreis kenne ich niemanden, der seinen Springschwänzen, Kompostwürmern, Doppelfüßlern und anderen Kleinstlebewesen die Pflanzenkost in mundgerechte Stücke teilt. Lieber wartet unsereiner etwas länger auf einen Reifekompost und steuert der Fäulnis durch die Einstreu von gröberem Material und Maulwurfshaufen-Erde entgegen.

Sinnvoll ist auch eine Abdeckung. Im Winter wird es durch Schnee und Regen schnell zu feucht für den Kompost. Zudem schützt das vor starker Auskühlung. Trotzdem sollte der Schutz vor Wind und Wetter luftdurchlässig sein. Geeignet sind Schilf- oder Strohmatten und Jutesäcke. Weiter braucht man sich derzeit nicht um den Kompost zu kümmern. Zu viel Aktionismus ist sogar kontraproduktiv. Deshalb, nie den Kompost im Winter umsetzen. Er würde schnell zu viel Wärme verlieren.

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