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Der Weg zum Ironman Hawaii führt für Trierer Triathleten über Mexiko

Triathlon : Der Weg nach Hawaii führt über Mexiko

Mit Sara und Andreas Bund sowie Uwe Reitz haben sich drei Triathleten aus der Region für die berühmte Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert. Der Weg bliebt aber weiterhin nicht nur sportlich steinig.

(teu) Der Jubel über eine Qualifikation für den berühmten Ironman auf Hawaii dürfte bei allen Triathleten, bei denen es in diesem Jahr geklappt hat, verhaltener ausgefallen sein, als sonst. Nicht nur, weil die Vergabe der WM-Plätze bei den Rennen in aller Welt, wie beispielsweise am vergangenen Wochenende in Frankfurt, nicht wie gewohnt live vor Ort sondern elektronisch erfolgt. Ob und wie man als Europäer in den US-Bundesstaat einreisen kann, ist sieben Wochen vor der geplanten Ironman-Weltmeisterschaft am 9. Oktober noch unklar.

Rudolf Diederichs aus Buchet am Schwarzen Mann bei Prüm dürfte nach seinem 23. Platz in der Altersklasse (M 55) vielleicht sogar etwas erleichtert gewesen sein, dass es in Frankfurt nur acht Hawaii-Plätze für die 55- bis 59-Jährigen gab. Elf Stunden, 32 Minuten und zehn Sekunden hatte der Triathlon-Veteran aus der Eifel für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf (42,195 Kilometer) benötigt. In etwa so schnell, wie er 2009 trotz Reifenschadens bei seinem ersten Hawaii-Start war. 2013 belegte Diederichs in der Altersklasse M 45 den 109. Platz bei dem Kultrennen. Sein dritter Start auf Big Island muss wohl noch warten.

 Andreas Bund von Tri Post Trier muss wie alle anderen für Hawaii qualifizierten Ironman-Triathleten um die Einreise in die USA bangen.
Andreas Bund von Tri Post Trier muss wie alle anderen für Hawaii qualifizierten Ironman-Triathleten um die Einreise in die USA bangen. Foto: Holger Teusch

Qualifiziert sind dagegen Sara und Andreas Bund sowie Uwe Reitz.

Das Triathlon-Paar von Tri Post Trier und der Ausdauersportler vom RSC Stahlross Wittlich sicherten sich bei den Rennen in Tusla (USA, Andreas Bund), auf Lanzarote (Uwe Reitz) und im polnischen Gdynia (Sara Bund) ihre Startplätze. Während Andreas Bund bei den nordamerikanischen Meisterschaften in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma trotz Dauerregens als Siebter der Altersklasse M 50 in 10:17:35 Stunden auf Anhieb einen Hawaii-Startplatz ergatterte, benötigte seine Ehefrau zwei Anläufe. Auf der Kanareninsel Lanzarote kämpfte sich die 41-Jährige Anfang Juli mit Magenkrämpfen in 14:41:11 Stunden ins Ziel. Nur gut einen Monat später im polnischen Gdynia ist sie fast drei Stunden schneller (11:58:41) und sicherte sich als Viertplatzierte der Altersklasse W 40 die Hawaii-Startnummer. Mit dem gleichen Platz hatte sich bereits auf Lanzarote Uwe Reitz in der Altersklasse M 60 mit 12:52:28 Stunden qualifiziert.

 Uwe Reitz vom RSC Stahlross Wittlich hat sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert, weiß aber noch nicht, ob er den Aufwand für die Einreise in Kauf nehmen soll.
Uwe Reitz vom RSC Stahlross Wittlich hat sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert, weiß aber noch nicht, ob er den Aufwand für die Einreise in Kauf nehmen soll. Foto: Holger Teusch

Das Ticket auf die Inseln im Pazifik haben mit der Qualifikation aber weder das Ehepaar Bund noch der 62-Jährige aus Bernkastel-Kues in der Tasche. „Im Moment warten alle ab, ob die Einreisesperre noch aufgehoben wird“, erzählt Reitz. Denn aufgrund einer Proklamation des US-Präsidenten ist seit Jahresbeginn die Einreise in die Vereinigten Staaten unter anderem für ausländische Staatsbürger aus dem Schengen-Raum (also auch aus Deutschland) verboten. Die Teilnahme am berühmtesten Triathlon der Welt wird nicht als Grund für eine Ausnahmegenehmigung anerkannt.

Sara und Andreas Bund hatten das Problem bereits bei Andreas' Qualifikationsrennen. „Vor Tulsa waren wir 14 Tage vorher in Mexiko und sind dann in die USA geflogen, mit PCR-Test. Das hat ohne Probleme geklappt“, berichtet Sara Bund. Für den Hawaii-Triathlon wäre das ebenfalls eine Option.

Eine, die die Erfüllung des Ironman-Traums für die Altersklassensportler noch teurer macht. Mit der Annahme eines Hawaii-Startplatzes müssen mehr als 1000 Dollar Startgebühr gezahlt werden. Von denen im Fall einer Stornierung nur 175 Dollar zurückerstattet werden. Die nahezu obligatorischen zwölf Tage Aufenthalt auf Hawaii kosten bei einem deutschen Spezialreiseveranstalter beispielsweise zwischen 2500 Euro und etwas mehr als 6000 Euro pro Person (mit Hin- und Rückflug). Für den Transport des Fahrrads müssen noch einmal mindestens 400 US-Dollar eingeplant werden.

Uwe Reitz ist sich noch nicht sicher, ob er den Aufwand in Kauf nimmt. Zumindest rücken die Ironman-Organisatoren laut einer Meldung des Trimag-Magazins von seiner bisherigen Linie ab und lässt wohl zu, dass Altersklassen-Athleten ihren Hawaii-Startplatz später nutzen. Allerdings erst 2023, 2024 oder 2025. Womöglich wird damit auch für eine drohende Absage des Rennens am 9. Oktober vorgebaut. Denn im US-Bundesstaat Hawaii haben die täglichen Corona-Infektionszahlen zuletzt ein Rekordniveau erreicht.